Start Allgemein Neue P-Konto Freibeträge 2019

Neue P-Konto Freibeträge 2019

7917
2
TEILEN
pfaendungfreibetrag-p-konto
Für die Erhöhung des Freibetrages benötigt man eine Bescheinigung einer geeingneten Stelle.

Diese Übersicht wurde am 12.04.2019 überarbeitet und entspricht den aktuellsten und neuesten Veröffentlichungen der Freibeträge ab dem 01.07.2019.

https://www.bgbl.de/xaver/bgbl/start.xav?startbk=Bundesanzeiger_BGBl&jumpTo=bgbl119s0443.pdf

Grundsicherung auf dem P-Konto

Um die Grundsicherung zu gewährleisten hat sich der Gesetzgeber die Pfändungstabelle einfallen lassen, die für ein P-Konto gilt.
Das eingehende, pfändungsfreie Geld ist ausschließlich dafür gedacht die Grundsicherung, wie Miete, Strom, allgemeiner Lebensbedarf zu decken – jedoch nicht um weitere Gläubiger zu bedienen.

Der Grundfreibetrag für ein P-Konto liegt bei 1.133,80 Euro (ab 01.07.2019 bei 1.178,59 Euro). Dieser Betrag wird automatisch beim Einrichten eines P-Kontos geschützt.

Unterhaltspflichtige
Personen
Freibetrag
bis 31.06.2019ab 01.07.2019
01.133,80 Euro1.178,59 Euro
11.560,51 Euro1.622,16 Euro
21.798,24 Euro1.869,28 Euro
32.035,97 Euro2.116,40 Euro
42.273,70 Euro2.363,52 Euro
52.511,43 Euro2.610,64 Euro
62.749,16 Euro2.857,76 Euro
72.986,89 Euro3.104,88 Euro

Wie können Sie ein Pfändungsschutzkonto beantragen?

Jedes normale Girokonto darf laut Gesetz in ein Pfändungsschutzkonto umgewandelt werden, sofern Sie dies wünschen. Jedoch kann jede Person nur ein P-Konto führen. Um dies sicherzustellen gleichen die Banken innerhalb der Schufa ab, ob Sie eventuell bereits ein Pfändungsschutzkonto führen. Um das Pfändungsschutzkonto einrichten zu lassen reicht es, wenn Sie einen kurzen Brief oder ein Fax an Ihre Bank senden mit der Bitte Ihr bestehendes Konto in ein P-Konto umzuwandeln. Die Bank ist verpflichtet die Umwandlung innerhalb von 4 Geschäftstagen durchzuführen.

Das P-Konto wirkt dann rückwirkend für 4 Wochen (28 Tage), so dass Sie die Umwandlung nicht schon bei drohender Pfändung tätigen müssen, sondern abwarten können, bis die erste Pfändung eingegangen ist.

Erhöhung von Freibeträgen

Wenn Sie gesetzliche Unterhaltsverpflichtungen haben und diesen auch nachkommen (in Geld oder Naturalunterhalt) besteht die Möglichkeit sich auf einer P-Kontobescheinigung weitere Freibeträge zu bescheinigen zu lassen.

Gesetzlich zu Unterhalt verpflichtet sind:

Eheleute (auch bei Trennung und ggf. nach Scheidung), eingetragene (gleichgeschlechtliche) Lebenspartner, Verwandte in gerader Linie, d.h. gegenüber Kindern (auch nach Adoption), Enkeln, Eltern, Großeltern usw., sowie gegenüber einem unverheirateten Elternteil, der ein gemeinsames Kind betreut bis mindestens zum dritten Geburtstag des Kindes.

Ob der Ehegatte oder das minderjährige Kind eigenes Einkommen erzielt, spielt für die Bescheinigung des Freibetrages keine Rolle. Ein Kind führt bei beiden Elternteilen zu je einem ungekürzten Freibetrag (z. B. bei der alleinerziehenden Mutter, die das minderjährige Kind betreut und beim Vater, der Barunterhalt zahlt; z.B. bei beiden erwerbstätigen Elternteilen, bei denen ein minderjähriges Kind lebt bzw. die gemeinsam ihr volljähriges Kind unterhalten).

Der Kontoinhaber, der für Personen, mit denen er ohne gesetzliche Unterhaltsverpflichtung zusammenlebt, Leistungen nach dem SGB II oder SGB XII entgegennimmt erhält ebenfalls höhere Freibeträge.

Dies gilt insbesondere für Partner in einer eheähnlichen Gemeinschaft sowie für Stiefkinder.

Für die erste unterhaltspflichtige Person erhöht sich der Grundfreibetrag um 426,71 Euro (ab 01.07.2019 auf 443,57 Euro), für jede weitere Person um 237,73 Euro (ab 01.07.2019 auf 247,12 Euro). Kindergeld oder Arbeitslosengeld II sind selbstverständlich geschützt.

Um einen erhöhten Grundfreibetrag zu erhalten müssen Sie bei Ihrer Bank gemäß §850k, Abs. 5 ZPO eine P-Konto-Bescheinigung vorlegen, auf welcher Ihr persönlicher Freibetrag mit ggf. Zusatzleistungen (wie z.Bsp. Ersteinrichtung für Wohnung, Erstattungen von der Krankenkasse etc.) vermerkt ist.

Diese Bescheinigung erhalten Sie entweder von Ihrer Schuldnerberatungsstelle, vom Jobcenter, Ihrem Arbeitgeber oder vom Vollstreckungsgericht.

Mit dieser Bescheinigung können Sie dann bei Ihrer Bank um die Erhöhung des Freibetrages bitten.

Die Community hilft Ihnen weiter!

Für alle Fragen rund um die Pfändungstabellen und pfändungsfreien Bezüge können Sie sich auch in dem Schuldner-Community-Forum informieren, wo Ihnen viele Schuldnerberater kostenlos und ehrenamtlich helfen.

Jetzt zum Schuldner-Community-Forum


2 KOMMENTARE

  1. Frage: Sollte der Betrag auf dem Konto den Freibetrag überschreiten, wird dann nur die Differenz an den Gläubiger überwiesen?
    Ist bekannt, in welchem Zeitraum eben diese Abbuchung der nicht geschützten Differenz passiert?

    • Hallo, ja – es wird nur die Differenz überwiesen. Der Zeitraum ist dabei unterschiedlich, jedoch wird der überschreitende Betrag für einen Monat in den Folgemonat übernommen. Erst wenn er dort nicht verbraucht wird, dann wird er ausgekehrt. Gern können Sie aber Ihre Fragen auch im Forum stellen, wo Ihnen eventuell schneller die Fragen beantwortet werden. 🙂

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.