Insolvenz Sachbearbeiterin gibt Konto nicht frei

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Thorjema
Neuankömmling
Beiträge: 3
Registriert: 3. Apr 2023, 09:30

Insolvenz Sachbearbeiterin gibt Konto nicht frei

Beitrag von Thorjema »

Hallo an alle,

Ich bin seit August 2025 in der Privatinsolvenz. Bisher lief es ganz gut ab, bis jetzt.
Meinen Insolvenzverwalter selbst habe ich noch nie gesprochen, immer nur mit Sachbearbeiterinnen Kontakt gehabt.
Mein Freibetrag beträgt 2446€, mein Lohn nach Abtretung durch den Arbeitgeber 2388€.
In der Vergangenheit ist es schon zweimal vorgekommen, dass die Kreissparkasse Geld gesperrt hat, da ich über dem Freibetrag war.
Bei dem Erstgespräch wurde mir mitgeteilt, dass ich bei solchen Sachen die Sachbearbeiterin anrufen soll und der Insolvenzverwalter mir dann das Konto bei der Kreissparkasse freigibt. Das hat soweit zweimal geklappt.
Jetzt habe ich diesen Monat durch Wohngeldnachzahlung, Èrstattung Zahnzusatzvers und Kindergeld noch 358€ auf dem Konto, die aber gesperrt sind.
Eine Email an den Insolvenzverwalter wurde von einer anderen Sachbearbeiterin folgend abgebügelt.:

leider können wir Sie im Insolvenzverfahren nicht anders behandeln bzw. besserstellen als in der Zwangsvollstreckung einzelner Pfändungsgläubiger ohne Insolvenzverfahren. Das Insolvenzverfahren stellt ein Gesamtvollstreckungsverfahren zugunsten der Gesamtgläubiger dar, für das ebenfalls die Zwangsvollstreckungsvorschriften der ZPO gelten.
Eine „Freigabe“ von Beträgen wird daher nicht erfolgen.

Diese Erklärung kann ich irgendwie nicht nachvollziehen und habe darum gebeten mir zu erklären warum der Insolvenzverwalter mein Konto nicht freigeben kann.
Zumal ich nun ohne Geld da stehe und die ganzen Rückbuchubngen wieder so viel unnötige Kosten für mich werden.
Ich habe mit meiner Schuldnerberatung telefoniert und ich muss eine Quellenfreigabe beim Gericht stellen.
Das heißt ich habe bis zum nächsten Gehalt nichts mehr.

Vielleicht kann mir ja jemand weiterhelfen.
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Beiträge: 263
Registriert: 26. Jan 2020

Re: Insolvenz Sachbearbeiterin gibt Konto nicht frei

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Hi Thorjema,

gute Frage, hast du schonmal bei dem Thema "Insolvenz Sachbearbeiterin gibt Konto nicht frei" geschaut?
Itak65
Allwissender
Beiträge: 547
Registriert: 16. Dez 2022, 08:24

Re: Insolvenz Sachbearbeiterin gibt Konto nicht frei

Beitrag von Itak65 »

Hi Thorjema das kommt darauf an ob du noch im Verfahren bist oder bereits in der Wohlverhaltensphase.Weisst du den aktuellen Stand?
Itak65
Icke26
Wissender
Beiträge: 190
Registriert: 25. Feb 2025, 15:22

Re: Insolvenz Sachbearbeiterin gibt Konto nicht frei

Beitrag von Icke26 »

Thorjema hat geschrieben: 13. Jul 2026, 10:57 Hallo an alle,

Ich bin seit August 2025 in der Privatinsolvenz. Bisher lief es ganz gut ab, bis jetzt.
Meinen Insolvenzverwalter selbst habe ich noch nie gesprochen, immer nur mit Sachbearbeiterinnen Kontakt gehabt.
Mein Freibetrag beträgt 2446€, mein Lohn nach Abtretung durch den Arbeitgeber 2388€.
In der Vergangenheit ist es schon zweimal vorgekommen, dass die Kreissparkasse Geld gesperrt hat, da ich über dem Freibetrag war.
Bei dem Erstgespräch wurde mir mitgeteilt, dass ich bei solchen Sachen die Sachbearbeiterin anrufen soll und der Insolvenzverwalter mir dann das Konto bei der Kreissparkasse freigibt. Das hat soweit zweimal geklappt.
Jetzt habe ich diesen Monat durch Wohngeldnachzahlung, Èrstattung Zahnzusatzvers und Kindergeld noch 358€ auf dem Konto, die aber gesperrt sind.
Eine Email an den Insolvenzverwalter wurde von einer anderen Sachbearbeiterin folgend abgebügelt.:

leider können wir Sie im Insolvenzverfahren nicht anders behandeln bzw. besserstellen als in der Zwangsvollstreckung einzelner Pfändungsgläubiger ohne Insolvenzverfahren. Das Insolvenzverfahren stellt ein Gesamtvollstreckungsverfahren zugunsten der Gesamtgläubiger dar, für das ebenfalls die Zwangsvollstreckungsvorschriften der ZPO gelten.
Eine „Freigabe“ von Beträgen wird daher nicht erfolgen.

Diese Erklärung kann ich irgendwie nicht nachvollziehen und habe darum gebeten mir zu erklären warum der Insolvenzverwalter mein Konto nicht freigeben kann.
Zumal ich nun ohne Geld da stehe und die ganzen Rückbuchubngen wieder so viel unnötige Kosten für mich werden.
Ich habe mit meiner Schuldnerberatung telefoniert und ich muss eine Quellenfreigabe beim Gericht stellen.
Das heißt ich habe bis zum nächsten Gehalt nichts mehr.

Vielleicht kann mir ja jemand weiterhelfen.

Die Ablehnung durch den Insolvenzverwalter ist rechtlich korrekt.
Im eröffneten Insolvenzverfahren geht die Zuständigkeit für das freie Einkommen auf das Vollstreckungsgericht über.
Der Verwalter kann nicht mehr einfach "freigeben", sondern verweist auf das Gesetz (ZPO), da das Geld nun der Insolvenzmasse unterliegt. Die Pfändungsgrenze liegt aktuell bei mindestens 1.590 Euro monatlich.
Da dein Freibetrag bei 2.446 € liegt und der Arbeitgeber bereits pfändbare Beträge abführt, sollte dein Nettoeinkommen an sich unpfändbar sein.
Problematisch sind jedoch Nachzahlungen (Wohngeld, Zahnzusatzversicherung, Kindergeld), da diese in dem Monat des Zuflusses deinen Freibetrag überschreiten und die Kreissparkasse das Geld automatisch sperrt.
Für Kindergeld und Sozialleistungen wie Wohngeld gibt es extra Schutzfristen, die bei der Bank nachgewiesen werden müssen.
Der Tipp mit der Quellenfreigabe ist richtig.
Und ja, so wie es aussieht steht das Geld erst wieder ab den 01.08.26 zur Verfügung.
Thorjema
Neuankömmling
Beiträge: 3
Registriert: 3. Apr 2023, 09:30

Re: Insolvenz Sachbearbeiterin gibt Konto nicht frei

Beitrag von Thorjema »

Danke für deine Antwort.
Ich habe es halt nicht verstanden, da es mir beim Erstgespräch so gesagt und auch durchgeführt wurde.
Wahrscheinlich aus Kulanz.
Ich habe jetzt heute per Post eine Quellenfreigabe gestellt.
Heißt das dann, ich bekomme dann mehr als den ausgestellten Freibetrag von 2446€? Mein Gehalt 2388€ (nach Abtretung an den Insolvenzverwalter durch den Arbeitgeber) plus 259 Kindergeld plus Wohngeld 30€?
Trotzdem fühlt man sich so hilflos und als Mensch zweiter Klasse.
Thorjema
Neuankömmling
Beiträge: 3
Registriert: 3. Apr 2023, 09:30

Re: Insolvenz Sachbearbeiterin gibt Konto nicht frei

Beitrag von Thorjema »

Itak65 hat geschrieben: 13. Jul 2026, 14:40 Hi Thorjema das kommt darauf an ob du noch im Verfahren bist oder bereits in der Wohlverhaltensphase.Weisst du den aktuellen Stand?
Itak65
Soweit ich weiß noch im Verfahren. Die Wohlverhaltensphase hat man mir in Aussicht gestellt, wenn die Lohnsteuererklärung für 2025 von mir gemacht wurde. Letztes Jahr habe ich diese durch den Lohnsteuerhilfeverein machen lassen, kostet mich aber 180€. Und die habe ich momentan nicht.
caffery
praktischer Schuldnerberater
Beiträge: 2901
Registriert: 13. Aug 2018, 20:45

Re: Insolvenz Sachbearbeiterin gibt Konto nicht frei

Beitrag von caffery »

Tut mir ja leid, dass so sagen zu müssen aber: Eine Quellenfreigabe allein ist hier sehr wahrscheinlich nicht hilfreich.

So wie ich es lese wurde der Freibetrag ja nicht durch bereits abgetretenes Arbeitseinkommen (Quelle) überschritten sondern durch Nachzahlung von Wohngeld und Kostenerstattung einer Versicherung. Der Vollstreckungsschutz muss sich hier - so denn der Sachverhalt korrekt dargestellt wurde - auf diese Zahlungen beziehen und nicht nur auf das Einkommen was bereits an der Quelle gepfändet wurde.

... und auch nein - der Betrag steht auch sehr wahrscheinlich nicht am 01.08. einfach wieder zur Verfügung. Das würde nur unverbrauchtes Unpfändbares betreffen. Hier wurde aber offenbar der Freibetrag grundsätzlich überschritten. Normalerweise kommt solches Geld nicht "automatisch" wieder.

Der Beitrag von Icke war also unterm Strich gut gemeint, ist aber in wesentlichen Sachfragen leider unrichtig...

Grundsätzlich ist eine Freigabe von solchen Geldern durch Insolvenzverwalter oder gar deren Sachbearbeiter bei Banken nicht vorgesehen. Es mag hier und da schonmal vorkommen, dass sowas aus Kulanz irgendwie hingefriemelt wird um der Welt Aufwand zu ersparen. Rein formal rechtlich macht ein solcher Vorgang aber wie gesagt nicht mit. Dafür sind die Gerichte da.
Icke26
Wissender
Beiträge: 190
Registriert: 25. Feb 2025, 15:22

Re: Insolvenz Sachbearbeiterin gibt Konto nicht frei

Beitrag von Icke26 »

Soweit ich weiß noch im Verfahren. Die Wohlverhaltensphase hat man mir in Aussicht gestellt, wenn die Lohnsteuererklärung für 2025 von mir gemacht wurde. Letztes Jahr habe ich diese durch den Lohnsteuerhilfeverein machen lassen, kostet mich aber 180€. Und die habe ich momentan nicht.

Dann benutzte doch das kostenlose Steuerprogramm "Elster online".
Damit geht die Steuererklärung super einfach. Benutze ich seit Jahren.
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