Fragen zu Schulden, möglicher Privatinsolvenz und Optionen (ca. 60k+ €)
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Fragen zu Schulden, möglicher Privatinsolvenz und Optionen (ca. 60k+ €)
Hallo zusammen,
ich habe eine Frage zu der finanziellen Situation eines Freundes und hoffe auf eure Einschätzungen.
Ein Freund (Anfang bis Mitte 40) hatte früher ein stabiles Berufsleben ohne Schuldenprobleme. Nach mehreren privaten Belastungen (Trennung, gesundheitliche Probleme) hat er gegen Ende seines letzten Jobs Kredite und Kreditkarten aufgenommen, um eine Selbstständigkeit zu starten.
Diese Pläne hat er später verworfen und stattdessen mit Krypto/Trading (teilweise gehebelte Produkte) gehandelt und dabei über einige Wochen fast sein gesamtes geliehenes Kapital verloren.
Seitdem (ca. 1-2 Jahre) arbeitet er nicht mehr regulär und hat sich nur grob mit dem Thema Privatinsolvenz beschäftigt. Es gab wohl 1-2 Termine bei einer Schuldnerberatung sowie einen Gerichtstermin zur finanziellen Lage, danach ist jedoch nichts weiter passiert.
Er lebt aktuell von Sozialleistungen, lebt allein, seit einigen Jahren getrennt (aber meines Wissens nicht geschieden). Es bestehen vermutlich Schulden in Höhe einer hohen fünfstelligen Summe (ca. 60.000–100.000 €) bei mehreren Gläubigern (hauptsächlich Banken/Kreditkarten, evtl. BAföG und evtl. kleinere Steuerschulden). Ob bereits Vollstreckungstitel bestehen, ist mir nicht bekannt.
Er würde außergerichtliche Einigungen oder einen Insolvenzplan einer Privatinsolvenz deutlich vorziehen.
Gleichzeitig lehnt er Unterstützung (im Sinne von Ratschlägen) aus dem Freundeskreis ab. Die Familie weiß nichts davon. Zusätzlich denkt er über Auswanderung und Selbstständigkeit nach.
Meine Fragen:
•Wie realistisch sind außergerichtliche Einigungen oder ein Insolvenzplan in so einer Situation?
•Was passiert typischerweise, wenn über längere Zeit nichts unternommen wird, welche Risiken entstehen dadurch und ist der aktuelle Zeitraum bereits kritisch?
•Wie realistisch sind Selbstständigkeit oder Auswanderung in dieser Lage (auch im Hinblick auf eine mögliche Privatinsolvenz)?
•Kann man während einer Privatinsolvenz Geld ansparen?
•Ich habe gelesen, dass bei bestimmten Ursachen der Verschuldung (zB. bei Trading oder Glücksspiel) die Restschuldbefreiung problematisch sein kann. Ist das korrekt?
•Was wäre aus eurer Sicht der sinnvollste nächste Schritt?
Ich kenne nicht alle Details, einige Angaben beruhen auf meiner Einschätzung bzw. dem, was mir erzählt wurde.
Vielen Dank für eure Einschätzungen.
ich habe eine Frage zu der finanziellen Situation eines Freundes und hoffe auf eure Einschätzungen.
Ein Freund (Anfang bis Mitte 40) hatte früher ein stabiles Berufsleben ohne Schuldenprobleme. Nach mehreren privaten Belastungen (Trennung, gesundheitliche Probleme) hat er gegen Ende seines letzten Jobs Kredite und Kreditkarten aufgenommen, um eine Selbstständigkeit zu starten.
Diese Pläne hat er später verworfen und stattdessen mit Krypto/Trading (teilweise gehebelte Produkte) gehandelt und dabei über einige Wochen fast sein gesamtes geliehenes Kapital verloren.
Seitdem (ca. 1-2 Jahre) arbeitet er nicht mehr regulär und hat sich nur grob mit dem Thema Privatinsolvenz beschäftigt. Es gab wohl 1-2 Termine bei einer Schuldnerberatung sowie einen Gerichtstermin zur finanziellen Lage, danach ist jedoch nichts weiter passiert.
Er lebt aktuell von Sozialleistungen, lebt allein, seit einigen Jahren getrennt (aber meines Wissens nicht geschieden). Es bestehen vermutlich Schulden in Höhe einer hohen fünfstelligen Summe (ca. 60.000–100.000 €) bei mehreren Gläubigern (hauptsächlich Banken/Kreditkarten, evtl. BAföG und evtl. kleinere Steuerschulden). Ob bereits Vollstreckungstitel bestehen, ist mir nicht bekannt.
Er würde außergerichtliche Einigungen oder einen Insolvenzplan einer Privatinsolvenz deutlich vorziehen.
Gleichzeitig lehnt er Unterstützung (im Sinne von Ratschlägen) aus dem Freundeskreis ab. Die Familie weiß nichts davon. Zusätzlich denkt er über Auswanderung und Selbstständigkeit nach.
Meine Fragen:
•Wie realistisch sind außergerichtliche Einigungen oder ein Insolvenzplan in so einer Situation?
•Was passiert typischerweise, wenn über längere Zeit nichts unternommen wird, welche Risiken entstehen dadurch und ist der aktuelle Zeitraum bereits kritisch?
•Wie realistisch sind Selbstständigkeit oder Auswanderung in dieser Lage (auch im Hinblick auf eine mögliche Privatinsolvenz)?
•Kann man während einer Privatinsolvenz Geld ansparen?
•Ich habe gelesen, dass bei bestimmten Ursachen der Verschuldung (zB. bei Trading oder Glücksspiel) die Restschuldbefreiung problematisch sein kann. Ist das korrekt?
•Was wäre aus eurer Sicht der sinnvollste nächste Schritt?
Ich kenne nicht alle Details, einige Angaben beruhen auf meiner Einschätzung bzw. dem, was mir erzählt wurde.
Vielen Dank für eure Einschätzungen.
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Re: Fragen zu Schulden, möglicher Privatinsolvenz und Optionen (ca. 60k+ €)
Hi soyyhd22,
gute Frage, hast du schonmal bei dem Thema "Fragen zu Schulden, möglicher Privatinsolvenz und Optionen (ca. 60k+ €)" geschaut?
gute Frage, hast du schonmal bei dem Thema "Fragen zu Schulden, möglicher Privatinsolvenz und Optionen (ca. 60k+ €)" geschaut?
Re: Fragen zu Schulden, möglicher Privatinsolvenz und Optionen (ca. 60k+ €)
Ich frag mal für nen Freund...
Sonst is da nix kritisch.
Eine Selbständigkeit bei den genannten Parametern ist mit an Sicherheit grenzender Sicherheit Kokolores.
Ausm Existenzminimum ein realistischer Vergleich für ein 100 Riesen Schuldenportfolio? Die Frage war nicht wirklich ernst gemeint, oder?
Wenn die Vermögensauskunft abgegeben wird und kein Vermögen vorhanden ist passiert außer Kontopfändung, Briefgewitter und Zerstörung der Bonität im Wesentlichen nix.
Sonst is da nix kritisch.
Reisende soll man nicht aufhalten. Für ein Insolvenzverfahren in Deutschland muss er aber hier leben.
Eine Selbständigkeit bei den genannten Parametern ist mit an Sicherheit grenzender Sicherheit Kokolores.
Nein
So ganz allgemein gesagt: Ja - unter Umständen.
Meine Glaskugel sagt: Problemerkenntnis, dann ggf. sowas wie ne Therapie oder Reha und dann Wiedereingliederung in den (nicht selbständigen) Arbeitsmarkt.
Re: Fragen zu Schulden, möglicher Privatinsolvenz und Optionen (ca. 60k+ €)
Sehe ich kpl. auch so, Danke für die erhellenden Antworten.
Vllt. zur Verständigung von Frage 2: es käme u.U. zu der Aufforderung der Abgabe der Vermögensauskunft (et al.).
Vllt. zur Verständigung von Frage 2: es käme u.U. zu der Aufforderung der Abgabe der Vermögensauskunft (et al.).
Re: Fragen zu Schulden, möglicher Privatinsolvenz und Optionen (ca. 60k+ €)
Wohl auch nur wenn Gläubiger es darauf ankommen lassen und eine vbuh anmelden, (Stichwort: Verschwendung von Vermögen, eine Versagung auf Grund dessen ist jedoch, wenn man hier im Forum liest, recht selten)
Bei mir sind die Schuldengründe ähnlich (Trading etc.) und die PI wurde durch einen auf Insolvenzen spezialisierten Anwalt eingeleitet wo ich natürlich ähnliche Sorgen vorgetragen habe. - es war dann im späteren Verlauf kein Thema mehr. - Ich hoffe natürlich es bleibt weiterhin so.
Re: Fragen zu Schulden, möglicher Privatinsolvenz und Optionen (ca. 60k+ €)
Hallo danke für eure Antworten
Verstehe. Meine Überlegung war, ob sich die Chancen auf eine außergerichtliche Einigung verbessern würden, wenn er wieder eine Tätigkeit aufnimmt und ein regelmäßiges Einkommen erzielt. Angenommen, er hätte künftig ein Nettoeinkommen von etwa 2.000 € monatlich: Würde das die Erfolgsaussichten für eine außergerichtliche Einigung oder einen Insolvenzplan erfahrungsgemäß erhöhen? Oder ist eine außergerichtliche Einigung in solchen Fällen erfahrungsgemäß weiterhin eher unrealistisch?
Von welchen Umständen hängt das typischerweise ab? Geht es dabei eher um Fälle, in denen trotz bereits erkennbarer finanzieller Probleme weiter spekuliert bzw. weitergespielt wird oder sind dafür noch andere Voraussetzungen relevant?
Re: Fragen zu Schulden, möglicher Privatinsolvenz und Optionen (ca. 60k+ €)
Hi bei mir hatte es glücklicherweise keine Auswirkungen auf die RSB.
Itak65
Itak65
Re: Fragen zu Schulden, möglicher Privatinsolvenz und Optionen (ca. 60k+ €)
Genau - außerdem fehlt mir bei der ganzen Geschichte völlig die Prioritätensetzung. Es ist quasi der typische Fall von "massiver Lebenskrise, Kontrollverlust, Sucht, ganz am Boden, das Wasser steht bis zum Hals" - und hier sogar noch "Verdrängung".
Es ist genauso üblich wie falsch in dem Moment in dem man (oder andere)anfängt sich Gedanken über einen Neuanfang zu machen sofort zu denken: "Erstmal müssen die Schulden weg!".
Das ist aber genau falschrum und geht garantiert in die Hose. Erst müssen alle anderen Baustellen beackert und das Leben wieder stabilisiert, sowie die Sucht angegangen werden und am Ende sollte die Schuldensanierung stehen.
Wie gesagt - ein absolut menschlicher Fehlansatz den ich dauernd auf der Arbeit erlebe.
Glück/Pech - Gläubiger - Sachbearbeiter - Gerichte - Offensichtlichkeit.
Viele Gläubiger von so Hochrisikokrediten kennen ihre Kunden und gehen per se von unerlaubtem Verhalten aus. Dann ist es schwierig für die bestimmte Forderung eine Restschuldbefreiung zu kriegen weil sie damit häufig richtig liegen.
Ich habe auch schon Kanzleien gesehen die das volle Brett - also Versagung und Strafanzeige - beantragt haben und auch Gerichte die schon im Rahmen der Kostenstundung wissen wollten wo die Kohle denn geblieben ist.
Wenn dann die Wahrheit gesagt wird (was auch sonst?) wurde keine Stundung gewährt mit dem (aus meiner Sicht dünnen) Argument, dass eine RSB ohnehin nicht zu erreichen sei, da ja ein Versagungsgrund vorliege.
Die Einzelrechtsprechung ganz allgemein geht bei solchen Zockergeschichten in den genannten Dimensionen meines Wissens auch sehr stark in Richtung "pro Gläubiger" - also Versagung - so sie denn beantragt wird. So richtig richtig häufig kommt das aber nicht vor. Eher die Anmeldung einzelner Forderungen als unerlaubte Handlung - was dem Gläubiger selbst auch deutlich mehr Vorteile bringt.
PS: Ach ganz am Rande mal so: Einen "Insolvenzplan" einer Privatinsolvenz vorzuziehen ist ein Widerspruch in sich. Insolvenzpläne gibt es nur im Rahmen von Insolvenzverfahren.
Und: Ein ordnungsgemäßer außergerichtlicher Einigungsversuch findet auch schon im Rahmen der Insolvenzordnung statt. Wenn der nicht klappt, kann man einen Insolvenzantrag stellen. Wenn man das nicht will kann man die Schulden auch behalten. Das ist auch nicht verboten.
Zu glauben, dass man so ein Schuldenportfolio einfach so irgendwie sonst wegverhandeln kann ist ohnehin völlig naiv und wird auch mit 30-40 Riesen nicht funktionieren.
Re: Fragen zu Schulden, möglicher Privatinsolvenz und Optionen (ca. 60k+ €)
Vielen Dank für die bisherigen hilfreichen Einschätzungen hier im Forum.
Ich hätte noch eine spezielle Frage: Falls aus dem familiären Umfeld ca. 30.000 € zur Verfügung gestellt werden könnten, stellt sich die Frage, ob über einen Anwalt ein Insolvenzplan realistisch umsetzbar wäre, um die Schulden schneller zu regulieren.
Soweit ich es verstehe, könnte das unter Umständen zu einer deutlich kürzeren Verfahrensdauer führen als die regulären 3 Jahre bis zur Restschuldbefreiung.
Dazu hätte ich drei Fragen:
•Ist ein Insolvenzplan mit einer Einmalzahlung von z.B. ca. 30.000 € in solchen Fällen realistisch oder eher unwahrscheinlich?
•Ändert sich die Einschätzung, wenn zusätzlich ein regelmäßiges Nettoeinkommen von ca. 2.000 € vorhanden ist?
•Ist ein Insolvenzplan in der Praxis tatsächlich ein deutlich schnellerer Weg aus der Verschuldung oder wird das eher überschätzt?
Mir geht es dabei nicht um die Frage, ob dies in der konkreten Situation der richtige Weg ist, dazu gibt es wie bereits von euch erwähnt noch andere Baustellen. Mich interessiert lediglich, ob solche Ansätze grundsätzlich realistisch und in der Praxis umsetzbar sind oder eher selten funktionieren.
Mir ist aufgefallen, dass einige Einschätzungen durch ChatGPT und co. teilweise eher optimistisch wirken, daher würde ich gerne zusätzlich eine Einschätzung aus der Praxis hier im Forum einholen.
Vielen Dank für eure Einschätzungen.
Ich hätte noch eine spezielle Frage: Falls aus dem familiären Umfeld ca. 30.000 € zur Verfügung gestellt werden könnten, stellt sich die Frage, ob über einen Anwalt ein Insolvenzplan realistisch umsetzbar wäre, um die Schulden schneller zu regulieren.
Soweit ich es verstehe, könnte das unter Umständen zu einer deutlich kürzeren Verfahrensdauer führen als die regulären 3 Jahre bis zur Restschuldbefreiung.
Dazu hätte ich drei Fragen:
•Ist ein Insolvenzplan mit einer Einmalzahlung von z.B. ca. 30.000 € in solchen Fällen realistisch oder eher unwahrscheinlich?
•Ändert sich die Einschätzung, wenn zusätzlich ein regelmäßiges Nettoeinkommen von ca. 2.000 € vorhanden ist?
•Ist ein Insolvenzplan in der Praxis tatsächlich ein deutlich schnellerer Weg aus der Verschuldung oder wird das eher überschätzt?
Mir geht es dabei nicht um die Frage, ob dies in der konkreten Situation der richtige Weg ist, dazu gibt es wie bereits von euch erwähnt noch andere Baustellen. Mich interessiert lediglich, ob solche Ansätze grundsätzlich realistisch und in der Praxis umsetzbar sind oder eher selten funktionieren.
Mir ist aufgefallen, dass einige Einschätzungen durch ChatGPT und co. teilweise eher optimistisch wirken, daher würde ich gerne zusätzlich eine Einschätzung aus der Praxis hier im Forum einholen.
Vielen Dank für eure Einschätzungen.
Re: Fragen zu Schulden, möglicher Privatinsolvenz und Optionen (ca. 60k+ €)
Okay, bevor ich auch noch anfange meine Antworten mit ner KI zu schreiben hier meine Einschätzung:
Nein - Anwälte sind keine Zauberer. Sie sind aber nicht selten noch optimistischer als ChatGPT da sie ja nicht nach Erfolg bezahlt werden und so eine Nummer richtig schön teuer ist.
Was Du vor hast ist bei der Geschichte erstens unrealistisch, zweitens unökonomisch und drittens kontraindiziert.
Die Familie soll ihr Geld um Himmels Willen behalten.
Von meiner Seite wars das hier.
Nein - Anwälte sind keine Zauberer. Sie sind aber nicht selten noch optimistischer als ChatGPT da sie ja nicht nach Erfolg bezahlt werden und so eine Nummer richtig schön teuer ist.
Was Du vor hast ist bei der Geschichte erstens unrealistisch, zweitens unökonomisch und drittens kontraindiziert.
Die Familie soll ihr Geld um Himmels Willen behalten.
Von meiner Seite wars das hier.