Erneut hohe Schulden, was tun?

Hier geht es in erster Linie um eine sachbezogene Diskussion rund um das Thema Ver- und Überschuldung (z.B. zur Existenzsicherung, Zwangsvollstreckung, Verbraucherinsolvenzverfahren). Für aktive und ehemals Selbstständige haben wir ein eigenes Forum 'Selbstständige' eingerichtet. Wie man mit Schulden und den damit resultierenden persönlichen Belastungen und Problemen umgeht und lebt, geht es im Schwesterforum 'life!'.
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lolazasa
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Re: Erneut hohe Schulden, was tun?

Beitrag von lolazasa »

Wenn du das Geld online im Ausland verloren hast kannst du es zurück fordern.Ansonsten Therapie machen schlimme Sache.
Ina2002
Mitglied
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Registriert: 16. Feb 2026, 16:40

Re: Erneut hohe Schulden, was tun?

Beitrag von Ina2002 »

lolazasa hat geschrieben: 16. Feb 2026, 20:18 Wenn du das Geld online im Ausland verloren hast kannst du es zurück fordern.Ansonsten Therapie machen schlimme Sache.
Das ist die Theorie, in der Praxis schwierig umzusetzen, das Geld auch wieder zurückzuerhalten. Zumal ich in Kryptocasinos gespielt habe.
imker
praktischer Schuldnerberater
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Re: Erneut hohe Schulden, was tun?

Beitrag von imker »

Ina2002 hat geschrieben: 16. Feb 2026, 17:06 ....

Was würdet ihr mir raten zu tun? Wie stehen die Chancen auf eine außergerichtliche Einigung mit Gläubigern?

Vielen Dank!
Mein Rat: Haushaltsplan - und Analyse der Ursache für die erneuten Schulden mit der lokalen Beratungsstelle

Chancen: Keine; der versicherte Ausfall ist bei einem Vergleich nicht abgesichert. Die Forderung wird immer wieder verkauft werden. Und je mehr Briefe in dieser Sache von Dir geschrieben werden, um so weniger Vergleichsbereitschaft wird gezeigt werden.

Lass den Lohn eine lange Zeit pfänden. 11 Jahre mit monatlich 66 EUR: rd. 8.500 EUR - eher weniger, wenn der Lohn geringer steigt als die Pfändungsfreibeträge - nur an den Wegfall der Unterhaotspflicht für das Konde mit Aufnahme einer Erwerbstätigkeit denken - dann steigt der pfändbare Betrag ja erheblich.

Aber mit dem Einkommen von 1.900 lassen sich keine 57.000 EUR ohne Zinsen(?) "vergleichen" - Unterhaltsvorschuß für das Kind ist nicht Dein Einkommen...
Ina2002
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Registriert: 16. Feb 2026, 16:40

Re: Erneut hohe Schulden, was tun?

Beitrag von Ina2002 »

imker hat geschrieben: 16. Feb 2026, 21:39
Ina2002 hat geschrieben: 16. Feb 2026, 17:06 ....

Was würdet ihr mir raten zu tun? Wie stehen die Chancen auf eine außergerichtliche Einigung mit Gläubigern?

Vielen Dank!
Mein Rat: Haushaltsplan - und Analyse der Ursache für die erneuten Schulden mit der lokalen Beratungsstelle

Chancen: Keine; der versicherte Ausfall ist bei einem Vergleich nicht abgesichert. Die Forderung wird immer wieder verkauft werden. Und je mehr Briefe in dieser Sache von Dir geschrieben werden, um so weniger Vergleichsbereitschaft wird gezeigt werden.

Lass den Lohn eine lange Zeit pfänden. 11 Jahre mit monatlich 66 EUR: rd. 8.500 EUR - eher weniger, wenn der Lohn geringer steigt als die Pfändungsfreibeträge - nur an den Wegfall der Unterhaotspflicht für das Konde mit Aufnahme einer Erwerbstätigkeit denken - dann steigt der pfändbare Betrag ja erheblich.

Aber mit dem Einkommen von 1.900 lassen sich keine 57.000 EUR ohne Zinsen(?) "vergleichen" - Unterhaltsvorschuß für das Kind ist nicht Dein Einkommen...
Haushaltsplan habe ich bereits erstellt. Meine Fixkosten sind absolut in Ordnung, nur die monatlichen Raten für die aktuellen Kredittilgungen sind summiert viel zu hoch. Das heißt, wenn ich die Zahlungen einstellen würde, da kaum was pfändbar wäre, hätte ich finanziell viel Luft. Wie verhält es sich wenn sich manche Gläubiger auf einen annehmbaren Vergleich einlassen würden? Darf man dann manche bedienen und manche nicht? Ein Insolvenzantrag wäre ja sowieso erst in 8 Jahren möglich.
Insgesamt sind es 11 Gläubiger.

Die Unterhaltspflicht fällt so schnell nicht weg, mein Kind wird erst 7 Jahre alt.
Ich bekomme monatlich 1910€ netto an Gehalt. Zusätzlich erhalte ich einen Förderzuschuss in Höhe von 124€, da ich in einer geförderten Wohnung mit Wohnberechtigungsschein wohne. Laut Google ist der Zuschuss zweckgebunden und deshalb nicht pfändbar, allerdings wird dies von keinem Rechner berücksichtigt.
Zusätzlich erhalte ich dann noch für mein Kind Kindergeld, Kinderzuschlag, Unterhalt fürs Kind vom Kindesvater und Unterhaltsvorschuss fürs Kind.
Außer meinem Gehalt und dem Wohnungszuschuss sind ja alle weiteren Geldeingänge eigentlich das Einkommen meines Kindes. Ist dieses bei Erhöhung des Pfändungsfreibetrages dann auch sicher geschützt? Mein Kind hat nämlich noch kein eigenes Konto. Wäre es sinnvoll so eins einzurichten oder ist das problematisch?

Außerdem wie verhält es sich mit dem Sparen aus dem pfändungsfreien Teil meines Einkommens, ist dies erlaubt und wenn ja bis zu welcher Höhe?
Neuling2025
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Re: Erneut hohe Schulden, was tun?

Beitrag von Neuling2025 »

Bei allem was du hier schreibst, spielt wohl das Thema Spielsucht und Therapie absolut keine Rolle mehr bei dir.
Ina2002
Mitglied
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Re: Erneut hohe Schulden, was tun?

Beitrag von Ina2002 »

Neuling2025 hat geschrieben: 17. Feb 2026, 09:30 Bei allem was du hier schreibst, spielt wohl das Thema Spielsucht und Therapie absolut keine Rolle mehr bei dir.
Richtig, eine Therapie brauche und mache ich nicht. Ich denke nicht ans Spielen und es beeinflusst auch in keiner Hinsicht meinen Alltag. Ich möchte nun lediglich meine Schulden in Angriff nehmen, um den finanziellen Druck rauszuhaben und suche deshalb hier Rat wie ich das schaffe und was ich tun soll.
Also Kredite weiterbedienen soweit möglich oder Zahlungen einstellen und auf Post warten.
imker
praktischer Schuldnerberater
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Re: Erneut hohe Schulden, was tun?

Beitrag von imker »

Die Absicht ist ja sehr ehrenhaft - aber wie soll das bei den aktuellen Einkünften "gehen", die Kredite weiter und soweit möglich zu bedienen?

Wenn aktuell monatlich weniger als 100 EUR pfändbar sind, wird doch der wesentliche Teil der Einnahmen vom "Staat" für die Lebenshaltung unabdingbar gehalten - was veranlasst Dich, die Schulden in dennächsten Jahren ein wenig zu senken und dann doch eine Insolvenz anzustreben und nach x Jahren zu beantragen.

M.E. hast Du mit der Kreditaufnahme nach erteilter RSB oder auch schon während des alten Verfahrens einen Fehler gemacht, weil 57.000 EUR in einem Zeitrau von 60 oder 120 Monaten nicht mit einem Betrag in Höhe ds pfändbaren Einkommens zurückzuzahlen waren.

Mach keinen weiteren Fehler - schau, dass ein P-Konto besteht und eine umfassende individuelle Beratung in der örtlichen Schuldnerberatungsstelle die passenden Empfehlung gibt.
Ina2002
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Re: Erneut hohe Schulden, was tun?

Beitrag von Ina2002 »

imker hat geschrieben: 17. Feb 2026, 15:09 Die Absicht ist ja sehr ehrenhaft - aber wie soll das bei den aktuellen Einkünften "gehen", die Kredite weiter und soweit möglich zu bedienen?

Wenn aktuell monatlich weniger als 100 EUR pfändbar sind, wird doch der wesentliche Teil der Einnahmen vom "Staat" für die Lebenshaltung unabdingbar gehalten - was veranlasst Dich, die Schulden in dennächsten Jahren ein wenig zu senken und dann doch eine Insolvenz anzustreben und nach x Jahren zu beantragen.

M.E. hast Du mit der Kreditaufnahme nach erteilter RSB oder auch schon während des alten Verfahrens einen Fehler gemacht, weil 57.000 EUR in einem Zeitrau von 60 oder 120 Monaten nicht mit einem Betrag in Höhe ds pfändbaren Einkommens zurückzuzahlen waren.

Mach keinen weiteren Fehler - schau, dass ein P-Konto besteht und eine umfassende individuelle Beratung in der örtlichen Schuldnerberatungsstelle die passenden Empfehlung gibt.
Also wäre deine Empfehlung die Jahre bis zur nächstmöglichen Insolvenz auszusitzen mit P-Konto, da sowieso kaum was gepfändet werden kann?

Während des alten Verfahrens war nichts. Hatte erst nach erfolgter Restschuldbefreiung und wieder sauberer Schufa nach Löschung der Einträge Kreditkarten für einen Urlaub im Ausland beantragt. Zusätzlich habe ich mir einen Kredit in Höhe von 6000€ beantragt (etwas mehr als Puffer). Jedoch habe ich dann nach und nach die Kreditkarten ausgereizt und dann umgeschaltet und 20000€ Kredit aufgenommen. Da bin ich dann eben auch ins Onlineglückspiel reingerutscht und habe versucht Verluste zu kompensieren und im Endeffekt immer mehr verspielt und dadurch Dispo ausgereizt, Kreditkarten wieder ausgereizt, welche vorher bereits durch Umschuldung auf Saldo 0 waren und wieder 2 neue Kredite aufgenommen und Rahmenkredit beantragt und somit ist jetzt alles mögliche ausgereizt und es sind zusammen eben 57000€ und unzählig viele Raten, die einfach sehr hoch sind. Falschangaben habe ich nie gemacht.

Der Termin bei der Schuldnerberatung ist Ende nächsten Monats. Dann sehe ich schon was mir geraten wird. Ich rechne hald immer von meinem Gesamtgeldeingang auf meinem Konto und das wären dann eben ca. 2700€ und wenn ich keine Schulden mehr abzählen würde, hätte ich auch einiges monatlich über. Wie verhält es sich denn mit Sparen auf dem P-Konto aus meinem pfändungsfreien Einkommen, wenn eine Gehalts- und Kontopfändung bestehen würde?
Neuling2025
Wissender
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Registriert: 23. Aug 2025, 15:47

Re: Erneut hohe Schulden, was tun?

Beitrag von Neuling2025 »

Übertrag von Guthaben: Nicht verbrauchtes pfändungsfreies Guthaben aus einem Kalendermonat wird automatisch in den Folgemonat übertragen.
Drei-Monats-Frist: Angespartes Guthaben muss nicht sofort am Monatsende verbraucht werden. Es kann für bis zu drei Monate auf dem P-Konto angespart werden.
Gefahr der Pfändung: Wird das Geld nicht innerhalb von drei Monaten verbraucht, kann der Restbetrag pfändbar werden.
Freibetrag: Der Grundfreibetrag (ab 1. Juli 2025: 1.555,00 € für eine Person, ohne Unterhaltspflichten) schützt das Einkommen. Alles, was darüber hinausgeht, wird gepfändet.
Besonderheit bei 2.700 € Einkommen:
Wenn dein Gesamteingang 2.700 € beträgt und der P-Konto-Freibetrag (ggf. durch Bescheinigung) unter diesem Betrag liegt, wird die Differenz direkt vom Arbeitgeber an den Gläubiger abgeführt (Lohnpfändung). Das Geld, das auf dem P-Konto landet, ist dann innerhalb der Freigrenzen geschützt.
Wichtig für Ihren Termin:
Bespreche unbedingt die Erhöhung deines Pfändungsfreibetrages (Bescheinigung nach § 903 Abs. 1 ZPO) mit der Schuldnerberatung, da dein Einkommen über dem Basisfreibetrag liegt.
Ina2002
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Beiträge: 18
Registriert: 16. Feb 2026, 16:40

Re: Erneut hohe Schulden, was tun?

Beitrag von Ina2002 »

Neuling2025 hat geschrieben: 17. Feb 2026, 16:11 Übertrag von Guthaben: Nicht verbrauchtes pfändungsfreies Guthaben aus einem Kalendermonat wird automatisch in den Folgemonat übertragen.
Drei-Monats-Frist: Angespartes Guthaben muss nicht sofort am Monatsende verbraucht werden. Es kann für bis zu drei Monate auf dem P-Konto angespart werden.
Gefahr der Pfändung: Wird das Geld nicht innerhalb von drei Monaten verbraucht, kann der Restbetrag pfändbar werden.
Freibetrag: Der Grundfreibetrag (ab 1. Juli 2025: 1.555,00 € für eine Person, ohne Unterhaltspflichten) schützt das Einkommen. Alles, was darüber hinausgeht, wird gepfändet.
Besonderheit bei 2.700 € Einkommen:
Wenn dein Gesamteingang 2.700 € beträgt und der P-Konto-Freibetrag (ggf. durch Bescheinigung) unter diesem Betrag liegt, wird die Differenz direkt vom Arbeitgeber an den Gläubiger abgeführt (Lohnpfändung). Das Geld, das auf dem P-Konto landet, ist dann innerhalb der Freigrenzen geschützt.
Wichtig für Ihren Termin:
Bespreche unbedingt die Erhöhung deines Pfändungsfreibetrages (Bescheinigung nach § 903 Abs. 1 ZPO) mit der Schuldnerberatung, da dein Einkommen über dem Basisfreibetrag liegt.
Danke für die Info zum Thema Sparen und alles weitere.
Die Ausstellung der P-Konto-Bescheinigung habe ich bereits im telefonischen Erstgespräch mit der Schuldnerberatung besprochen. Diese wird mir ausgestellt, sobald auf dem neu eröffneten Konto auch das Gehalt, Kindergeld, usw eingegangen ist.
Vom Gehalt kann selbst durch eine Unterhaltspflicht nichts gepflegt werden (bis aufs Weihnachtsgeld und evtl. Prämienzahlungen bei Erreichen von Planzahlen).
Dadurch ist natürlich dann die Umstellung aufs P-Konto mit Erhöhung der Freibeträge durch die Bescheinigung unerlässlich.
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