
Dies ist mein erster Post hier im Forum. Ich bin froh und dankbar, es gefunden zu haben. Wo fange ich an?
Eigentlich hat ja alles schon im November 2020 mit Corona und einer betriebsbedingten Entlassung seinen Lauf genommen, aber das meiste davon gehört rein technisch gesehen nicht hierhin. Es hat mit der Insolvenz erstmal nichts zu tun, denn Aussicht auf ein eigenes Unternehmen hatte ich erst ab etwa Oktober 2022. Das kam damals sehr überraschend (Recruiter via XING) und das komplette Jahr 2023 war dann von einem Marathon der Kreditbeantragung etc. bei der Sparkasse geprägt. Konkret ging es da um ein Franchise-Unternehmen im Bereich der "Professionalisierten Nachhilfe" (seit Kurzem mag ich den Begriff in der Form nicht mehr so sehr...) bei einem, sagen wir mal, bekannteren Anbieter (näheres gern per PN).
Es klang solide. Und ich wusste in der Theorie, worauf ich mich da einließ, zumindest markttechnisch. Ich hatte Erfahrung in der Branche. Die ist - leider oder Gott sei Dank - ziemlich gefragt dieser Tage. Womit ich nicht gerechnet hatte, war die massive Inflation letztes Jahr und ja, ich war auch zum ersten Mal Unternehmer. Leider, zur "Freude" des Konzerns, komplett auf Privathaftung, was rückblickend sehr dumm war von mir. Aber gut, ich kenne die Menschen dort, die hätten das auch gern netter gehabt. Schwamm drüber.
Punkt ist nun, ich gehe zwar technisch gesehen in Verbraucherinsolvenz, aber eben doch unter dem "Vorzeichen", ein Einzelunternehmen geführt und zwangs-geschlossen zu haben. Ja, das ist anwaltlich explizit so abgeklärt, ich stehe in sehr engem Kontakt. Vieles vestehe ich dennoch nicht, und es ist wohl auch zu komplex, um mir klar erklärt werden zu können. Zumal der gute Mann sehr ausgelastet ist dieser Tage - verständlich

Nun ja...
Seit einigen Wochen ist der Insolvenzantrag nun raus - händisch von mir beim Anwalt in den Briefkasten geworfen. Seitdem höre ich nichts mehr, da ja auch erst das Verfahren eröffnet werden muss. Wann das passiert (im Schnitt), wie lange es dann dauert (im Schnitt) und was ich dann überhaupt so machen muss - keine Ahnung

Zu allem Überfluss bin ich, logischerweise, jetzt arbeitslos. Eigentlich schon seit Mitte letzten Jahres, ergo im Bürgergeld. Ich habe vor fast fünfzehn Jahren Geschichte und Philosophie studiert, dafür gibt es heute keinen echten Arbeitsmarkt mehr, Was bedeutet: Umschulung (schwer zu bekommen aktuell, sehr schwer) oder erneute Selbstständigkeit - was ja fast unmöglich sein dürfte und im Moment auch nicht mein Traumszenario ist, vorsichtig gesagt.
Ich überlege, in den sozialen Bereich zu gehen. Da war ich vor Oktober 2022, zwischen Mai und September, mal eine Weile umtriebig und so weit ganz zufrieden (lange Geschichte). Problem ist, dass auch das eigentlich nur noch mindestens per Schnellausbildung geht, Dual oder gefördert durchs Amt. Das müsste ich mit dem Insolvenzverwalter klären, um keine "Flucht ins Studium" zu begehen, ließ ich mich jetzt belehren. Den treffe ich ja vermutlich erst in Monaten und finde bis dahin vielleicht keine Arbeit - was dann auch wieder sehr schlecht aussieht.
Also, jetzt gerade bin ich wirklich massiv ratlos. Das hat mich schlussendlich auch hierher verschlagen. Womöglich später, als gut gewesen wäre.
Vielen Dank für Eure Antworten
