Erneut hohe Schulden, was tun?

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TomH
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Re: Erneut hohe Schulden, was tun?

Beitrag von TomH »

Ihr alle kennt doch weder die zuvor liegenden Vergangenheit des Fragenden, noch könntet Ihr selbst(!) demnach eine medizinische Empfehlung ausstellen. Ich finde das nicht arg schräg, aber übereilt, zumal zusätzlich verunsichernd.

Bis auf den Hinweis von @Shopgirl wegen dem Geld finde ich das recht übertrieben und wie gesagt nicht gerade "beruhigend" einen klaren und sachlich greifbaren Rahmen erfassen zu können.
Zuletzt geändert von TomH am 16. Feb 2026, 18:48, insgesamt 1-mal geändert.
Dieter1981
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Re: Erneut hohe Schulden, was tun?

Beitrag von Dieter1981 »

TomH hat geschrieben: 16. Feb 2026, 18:41 Ihr alle kennt doch weder die zuvor liegenden Vergangenheit des Fragenden, noch könntet Ihr selbst(!) demnach eine medizinische Empfehlung ausstellen. Ich finde das arg schräg, zumal zusätzlich verunsichernd.

Stimmt, also sollen wir es lieber wie du machen und so tun als ob alles normal wäre? Das hat nichts mit schräg sein zu tun sondern mit Erfahrung, weder Neuling noch ich wollen sie therapieren sondern raten ihr, sich in Therapie zu begeben. Großer Unterschied!
TomH
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Re: Erneut hohe Schulden, was tun?

Beitrag von TomH »

Was ist denn normal bitte? Für mich liest sich die bekannte Vergangenheit plausibel. Um hier medizinische Ratschläge auszusondern, sollte und muss man sich auch die Vergangenheit anschauen. Aber vor allem zunächst die technischen Merkmale der eigentlichen Frage beantworten.

Ps.: Menschen lassen sich nicht tapezieren, schon aufgrund ihres urpersönlichen vegetativen Nervenstystem.
Bloß weil man erwähnt man hätte aufgrund von Spielen Schulden angereichert, bedeutet dies nicht gleich Spielsüchtig zu sein.
Viele unserer heutigen Schwächen besitzen eine Ursache, und wenn diese bereinigt wurde, fallen i.d.R. auch keine Symptomatiken mehr auf, die sich bloß ein Ventil an andererem Ort suchen - meist finden.
Zuletzt geändert von TomH am 16. Feb 2026, 18:55, insgesamt 1-mal geändert.
Shopgirl
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Re: Erneut hohe Schulden, was tun?

Beitrag von Shopgirl »

Na ja, wenn die Schulden erneut durch Glücksspiel entstanden sind, kann man wohl von einer Suchtproblematik ausgehen. Die zu ignorieren, wäre fatal. Denn dann wiederholt sich der Kreislauf immer wieder.

Ferndiagnosen sind natürlich immer schwierig, da gebe ich dir recht. Und niemand soll denken, dass er hier keine Hilfe bekommt, weil er spielsüchtig ist. In so einem Fall wie hier ist das mit der Hilfe nur schwierig. Es gibt quasi keine Optionen.

Bevor man sinnvoll an irgendeine Lösung für Schulden denken kann, muss die Ursache bekämpft werden.
Man würde einem Alkoholiker auch keine neue Leber transplantieren, bevor er trocken ist (wenn er überhaupt eine bekommt, aber das ist ein anderes Thema).
Ina2002
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Re: Erneut hohe Schulden, was tun?

Beitrag von Ina2002 »

Shopgirl hat geschrieben: 16. Feb 2026, 18:28 Ich sag es mal ganz unverblümt: Hier irgendeine Art von Einigung zu erzielen, bei der die Banken auf Geld verzichten, halte ich für nahezu unmöglich. Die Schulden sind dafür viel zu frisch.

Du hast eigentlich nur eine Möglichkeit: P-Konto einrichten, Raten einstellen, dich pfänden lassen, bis du ein erneutes Insolvenzverfahren starten kannst und bis dahin eine Therapie durchziehen, um die Sucht loszuwerden.

Viel zu pfänden ist doch mit einem Unterhaltspflichtigen Kind sowieso nicht.
Hast du einen Termin bei einer kostenfreien, caritativen Schuldnerberatung?

Wie sieht das mit den Krediten aus? Wie viele Raten sind da gezahlt? Wurden bei irgendeinem der Anträge falsche Angaben gemacht?
Insolvenzverfahren ist erst in 7,5 Jahren wieder möglich. Pfändbar wären bei mir aktuell laut Berechnung 66€ monatlich, also kommen die Gläubiger sowieso nicht gut weg. Aber wenn sich diese nicht darauf einlassen, ist das sowieso der einzige Weg.
Das einzige was mich daran stört sind Gerichtsvollzieher. Musste damit noch nie Bekanntschaft machen und habe gelesen, dass diese auch am Arbeitsplatz auftauchen könnten. Das fände ich ultra peinlich. Da ich in einem großen Unternehmen arbeite, ist mir egal, ob eine Gehaltspfändung eintreffen würde, da sowieso nichts pfändbar wäre, außer beim Weihnachtsgeld. Aber direkt in der Filiale wäre peinlich gegenüber den Arbeitskollegen.
Dieter1981
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Re: Erneut hohe Schulden, was tun?

Beitrag von Dieter1981 »

TomH hat geschrieben: 16. Feb 2026, 18:49 Was ist denn normal bitte? Für mich liest sich die bekannte Vergangenheit plausibel. Um hier medizinische Ratschläge auszusondern, sollte und muss man sich auch die Vergangenheit anschauen. Aber vor allem zunächst die technischen Merkmale der eigentlichen Frage beantworten.
Du verstehst selbst nicht was du von dir gibst, oder? Für dich liest sich die Vergangenheit also plausibel? Weil DU die Person so gut kennst? Oder weil du Experte bist?

60% beträgt die Rückfallquote ungefähr. Sprich 6 von 10 Menschen werden wieder rückfällig. Um das zu verhindern sollte man zumindest zum Arzt gehen wie auch Tidus vorgeschlagen hat. Technische Merkmale hin oder her, die wurden schon hier beantwortet. Aber ohne das Ursprungsproblem anzupacken wird auch eine Insolvenz im Jahre 2034 wenig bringen…
TomH
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Re: Erneut hohe Schulden, was tun?

Beitrag von TomH »

Shopgirl hat geschrieben: 16. Feb 2026, 18:50 Na ja, wenn die Schulden erneut durch Glücksspiel entstanden sind ...
Ich konnte nicht lesen, dass die Schulden erneut durch Glückspiel entstanden sind. Wenn doch ist das freilich ein Indiz!
Ina2002
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Re: Erneut hohe Schulden, was tun?

Beitrag von Ina2002 »

Shopgirl hat geschrieben: 16. Feb 2026, 18:50 Na ja, wenn die Schulden erneut durch Glücksspiel entstanden sind, kann man wohl von einer Suchtproblematik ausgehen. Die zu ignorieren, wäre fatal. Denn dann wiederholt sich der Kreislauf immer wieder.

Ferndiagnosen sind natürlich immer schwierig, da gebe ich dir recht. Und niemand soll denken, dass er hier keine Hilfe bekommt, weil er spielsüchtig ist. In so einem Fall wie hier ist das mit der Hilfe nur schwierig. Es gibt quasi keine Optionen.

Bevor man sinnvoll an irgendeine Lösung für Schulden denken kann, muss die Ursache bekämpft werden.
Man würde einem Alkoholiker auch keine neue Leber transplantieren, bevor er trocken ist (wenn er überhaupt eine bekommt, aber das ist ein anderes Thema).
Die erste Insolvenz ist nicht durch Glückspiel entstanden, sondern da waren es tatsächlich Konsumschulden, bzw. um genauer zu sein Urlaube und Auslandsaufenthalt (unbezahlter Urlaub).
TomH
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Re: Erneut hohe Schulden, was tun?

Beitrag von TomH »

Ina2002 hat geschrieben: 16. Feb 2026, 18:54 ... Das einzige was mich daran stört sind Gerichtsvollzieher. ...
Mache dir da weniger Sorgen. Gegen mich wurde selbst mal ein Haftbefehl erlassen, weil ich Gerichtskosten vehement abstritt. Da ist weder einer zu Hause erschienen, aber zig Justizangestellte vor der Tür des GV'ers am Gericht.

Man hätte einfach nicht damit gerechnet, dass ich ein "normaler" Schuldner bin.
Aber auch der vorherige Schriftwechsel sowie das Verhalten auch dieses GV'ers waren dennoch menschlich, rein sachlich und praktisch.
Ich denke auch nicht, dass da wer auf der Arbeit erscheint.
Ina2002
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Re: Erneut hohe Schulden, was tun?

Beitrag von Ina2002 »

TomH hat geschrieben: 16. Feb 2026, 19:02
Ina2002 hat geschrieben: 16. Feb 2026, 18:54 ... Das einzige was mich daran stört sind Gerichtsvollzieher. ...
Mache dir da weniger Sorgen. Gegen mich wurde selbst mal ein Haftbefehl erlassen, weil ich Gerichtskosten vehement abstritt. Da ist weder einer zu Hause erschienen, aber zig Justizangestellte vor der Tür des GV'ers am Gericht.

Man hätte einfach nicht damit gerechnet, dass ich ein "normaler" Schuldner bin.
Aber auch der vorherige Schriftwechsel sowie das Verhalten auch dieses GV'ers waren dennoch menschlich, rein sachlich und praktisch.
Ich denke auch nicht, dass da wer auf der Arbeit erscheint.
Habe auch wenig Angst vor dem was bevorsteht, weiß ja einigermaßen was auf mich zukommt, aber mit Gerichtsvollziehern hatte ich noch nicht das Vergnügen und hatte das eben online gelesen, dass die wohl zur Arbeit kommen können.
Habe nichts zu verheimlichen, keine Falschangaben bei Anträgen gemacht und besitze nichts, weshalb das eigentlich egal ist, aber möchte möglichst nicht, dass meine Außenwelt komplett Bescheid weiß, da meine finanzielle Situation nur mich betrifft.
Du hattest vorher noch von evtl. Sorgen bzgl. des Sorgerechts gefragt. Das muss ich mir zum Glück keine Sorgen machen.

Zum Anliegen der anderen, dass ich dringend eine Therapie wegen Glückspiel machen sollte, sehe ich das einfach anders. Ja wenn ich gespielt und verloren habe, habe ich den Teil, den ich in dem Monat "riskieren" konnte oft noch zusätzlich hinterhergebuttert, um eventuell doch noch zu gewinnen und mir in dem Moment gar keine Gedanken gemacht, jedoch immer nur bis zu dem Punkt wo ich über die Runden gekommen bin und alle Zahlungen leisten konnte.

Und ich wüsste jetzt nicht, was der Therapeut mir erzählen sollte, was ich nicht schon weiß. Das es dumm war zu spielen und auf einen großen Gewinn zu hoffen, ganz klar, moralisch verwerflich, dass geliehene Geld von Banken zu riskieren - möglich, aber jetzt ist es so und es hilft nur eine Lösung mit den Banken zu finden. Und wenn sich niemand darauf einlässt, dann bekommen sie faktisch noch weniger. Klingt hart, aber das sind die Fakten.
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