Insolvenz bei Selbständigkeit

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silentBob
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Registriert: 20. Jan 2025, 11:00

Insolvenz bei Selbständigkeit

Beitrag von silentBob »

Ich bin mit meiner Frau gemeinsam selbständig, wobei das Unternehmen auf meine Frau lautet, denn gegründet hatten wir, nachdem ich schon Stress mit meiner Bank hatte. Die war 2008 pleite gegangen und hat mich mit 120k Schulden zurück gelassen. Lange story, wird mir eh keiner hier glauben.

Nun hat man mir gesagt, dass ich bei einer Privatinsolvenz einer festen Tätigkeit nachgehen muss, weil das ansonsten nicht als Kooperation gilt (wenn ich das so richtig verstanden habe). Tatsächlich bekomme ich kein Gehalt, meine Frau aber auch nicht, und hier scheint das Verständnis der meisten zu scheitern: als Selbständiger haben wir Privatentnahmen. Und ich entnehme nichts, weil ich eh kein Konto habe; meine Frau zahlt es sich aus, da sie als Aushängeschild für die Firma, auch mit ihrer privaten Solvenz das Unternehmen aufrecht halten muss, vor allen bei Krediten.

Wir zahlen uns monatlich eine Summe X, es kommt aber leider oft vor, dass wir einen Teil davon zurück führen, als Einlage. (Hier eine Bitte an alle nicht Selbständigen: nicht mit lesen bzw nicht kommentieren. Euer mangendes Verständnis von der Selbständigkeit und Unternehmerschaft ist hier nicht hilfreich.)

Nun ist das Unternehmen größer, und macht momentan kaum Gewinn, dh. ich würde aller Wahrscheinlichkeit unter dem Freibetrag bleiben. Der Grund dafür ist, dass wir gerade massiv Fremdkapital eingeschossen haben. Was wir uns nun zum Leben nehmen, ist Teil dieses Kapitals, das heisst, es ist kein Gewinn. Wir werden in einem Jahr wohl auch wieder deutlich mehr Gewinn haben, und die Kredite sind zurück zu zahlen (und das läuft auch, keine Sorgen). Der Punkt ist nur, dass wir an diesem Punkt nicht einfach mich raus nehmen können - ich bin Dreh- und Angelpunkt der Firma. Das ist kein Geheimnis.

Meine Erfahrung mit Behörden und Anwälten ist aber, dass sie nur selektiv wahrnehmen. Und meine Befürchtung ist, dass man kurzsichtig verlangen würde, dass ich mir einen Job suche.

Fakt ist, ich verdiene hier mehr, als ich in meinem gelernten Beruf bekommen würde. Ich habe eh keinen Abschluss, kein Studium. Ich bin einfach seit über 27 Jahren Selbständig, und das eigentlich recht erfolgreich, wenn mich die Bank nicht reingelegt hätte. Nun muss ich seit 17 Jahren durch dieses Martyrium, und will es gerne beenden. Aber ohne die Firma zerstören zu müssen. Denn, diese ist meine einzige Altersvorsorge. ich habe kein Auto, keine pfändbaren Besitze, keine eigene Immobilie, ich hab 5 Kinder, und wir kommen gerade so über die Runden.

Also, was kann man von uns verlangen? in wie weit könnte ich gezwungen werden, die Firma meiner Frau zu verlassen? Mal abgesehen davon, dass es keinen Sinn macht, weil wir dann einfach als Familie komplett auf staatliche Hilfe angewiesen wären, denn selbst wenn wir beide arbeiten, würden unsere Einkünfte nicht ohne Stütze reichen. Das hatten wir schon hinter uns, das muss ich nicht noch mal haben.
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Re: Insolvenz bei Selbständigkeit

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Hi silentBob,

gute Frage, hast du schonmal bei dem Thema "Insolvenz bei Selbständigkeit" geschaut?
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tidus82
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Re: Insolvenz bei Selbständigkeit

Beitrag von tidus82 »

Lass uns bitte bei einem Thema bleiben, damit das geordnet und die bisherigen Antworten zusammen bleiben:
insolvenzprobleme/private-insolvenz-ein ... t2434.html
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