Dieser Ewige Kampf mit der Schufa

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Mrsunshine
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Dieser Ewige Kampf mit der Schufa

Beitrag von Mrsunshine »

Hallo Leute,

Ich will möchte meinen Ärger einfach mal Luft machen.

Es geht um...ihr wisst ja..diese drei Jahre nach erteilter Restschuldbefreiung und diesen Verdammten Schufaeintrag.

Es geht mir so auf die Nerven das es diesen Eintrag gibt und der solange gespeichert wird.
War nicht im Gespräch das dieser Eintrag auf ein Jahr verkürzt wird?
Gerade jetzt, wo ja die neuen Insolvenzen nur noch drei Jahre dauern , sind doch die alten Insolvenzen die sechs oder sieben Jahre gedauert haben im Nachteil.


Ich versteh diesen Punkt nicht: was ist denn nach sieben Jahren anders als nach 10 Jahren?
Kann mir das mal einer erklären?

Ich habe die Schufa angeschrieben und nach Löschung gebeten.
Es kam , na klar, eine Absage.
Daraufhin habe ich zwei Monate später noch einmal ein Brief verfasst.
Es geht mir primär um eine saubere Schufa zwecks umziehen.
Ich habe auch ein Gerichtsurteil eingefügt, verwiesen auf diese Datenschutzbestimmungen und auch meine Privaten Sorgen geschrieben.
Kurz zusammengefasst: Schichtarbeit, kleiner Sohn, Frau die Chronisch Krank ist, Zweiraumwohnung , viel zu wenig Platz für uns drei usw.

Keine Chance...niemand in der Schufa hat Herz..immer heisst es sie wollen die Banken schützen.
Ebenfalls hat mir die Schufa eine halbe Seite voller Gerichtsurteile geschickt wo Klagen gegen die Schufa abgewiesen bzw. Verloren wurden.

Ich finde es wie gesagt einfach nur Scheisse.
Man arbeitet sehr fleißig, hat sich an alle Obliegenheiten gehalten, hat die lange Zeit der Insolvenz geschafft und jetzt diese drei Jahre.

Die Schufa ist einfach so mächtig.
Ich habe sogar versucht, Kredite zu beantragen um mit Vermieter einen Deal auszuhandeln( halbes Jahr Warmmiete im vorraus).
Keine Chance..keine Bank , nicht mal die Hausbank.

Man kann Theroretisch 10.000 Netto im Monat verdienen, keine Schulden haben und trotzdem, ist die Schufa schlecht, hat man einfach keine Chance.
Ich weiss, manche hier können dieses Gejammer nicht hören.
Und trotzdem tut es gut das mit euch zu teilen.

Vielleicht ändert der Staat mal dieses Gesetz..ich finde doch das sechs bzw. sieben Jahre reichen.

Danke fürs lesen.

Mit freundlichen Grüßen

Marcus
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Re: Dieser Ewige Kampf mit der Schufa

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Hi Mrsunshine,

Gute Frage, hast du schonmal bei dem Thema " Dieser Ewige Kampf mit der Schufa" geschaut?
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gurami
Wissender
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Re: Dieser Ewige Kampf mit der Schufa

Beitrag von gurami »

Ich denke das es hier so ziemlich alle Scheisse finden. Ich natürlich auch. Hab jetzt die RSB und bin trotzdem 3 Jahre weiter im A... ... und es war im Gespräch aber leider waren zu viele Lobbyisten dagegen. Ich denke wir werden uns damit abfinden müsse. Aber ich kann Deinen Ärger total nachvollziehen.
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insolaner
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Re: Dieser Ewige Kampf mit der Schufa

Beitrag von insolaner »

Mrsunshine hat geschrieben: 20. Feb 2021, 23:24 Ich habe sogar versucht, Kredite zu beantragen um mit Vermieter einen Deal auszuhandeln( halbes Jahr Warmmiete im vorraus).
Keine Chance..keine Bank , nicht mal die Hausbank.

Man kann Theroretisch 10.000 Netto im Monat verdienen, keine Schulden haben und trotzdem, ist die Schufa schlecht, hat man einfach keine Chance.
so sehr ich Dir im Grunde zutimme - es gibt durchaus schlimmeres...

Und wenn Du wirklich 10k im Monat hättet (das ist jetzt kein Vorwurf!), würdest Du auch 'ne Wohnung kriegen - auch ohne halbes Jahr Vorauzahlung (bei privater Mietwohnung eh' unzulässig), vielleicht nicht unbedingt HafenCity. aber trotzdem was gecheites.

Und es gibt auch mit beschissener Schufa Wohnungen, aelber schonmal erlebt (ok, ca. 13 Jahre her, und verarscht worden...) - immerhin ist ein erledigtes Verfahren besser als eine Schufa davor, mit EV (vllt sogar Haft ;)) und anderen Faktoren :(

Das mag jetzt nicht helfen, aber falls es tröstet: Du musst jetzt 'nur' noch die halbe Inolvenzverfahrenslaufzeit bis zur Löschung abwarten, die die jetzt anfangen nochmal genausolange...
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caffery
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Re: Dieser Ewige Kampf mit der Schufa

Beitrag von caffery »

Bei dem Thema ist leider aus meiner Sicht aktuell überhaupt nichts zu wollen. So leid es mir auch tut.

Der Bundesrat hatte dem Bundestag die Verkürzung der Speicherzeit dieses unsäglichen "RSB erteilt" Eintrags auf 1 Jahr in Rahmen der kürzlichen Gesetzesänderung sogar nahegelegt. Der Bundestag hat aber abgewunken und stattdessen die Absicht erklärt, dieses Thema bei der Evaluation in 2025 nochmal neu zu besichtigen und ggf. zu diskutieren.

Aber zum Frust abladen ist hier jeder herzlich eingeladen. Wie belastend dieser Blödsinn für die Leute ist, kann aus meiner Sicht überhaupt nicht oft genug im Internet festgehalten werden.

Wer den Eintrag Stand heute vor Ablauf der 3 Jahre loswerden will muss zwingend klagen, dabei eine wirklich enorm komplexe, individuelle, innovative und herzrührende Geschichte zum Besten geben, viel Zeit mitbringen, Glück mit dem Richter (bzw. den Richtern) haben und sich mit dem Gedanken anfreunden trotzdem verlieren zu können.
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insolaner
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Re: Dieser Ewige Kampf mit der Schufa

Beitrag von insolaner »

gäbe es dann zumindest PKH dafür?

Wenn ich das richtig sehe, könnte man ja auch gleichzeitig gegen mehrere Auskunfteien klagen, um bei allen (die zB. Vermieter anfragen) rauszukommen...
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caffery
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Re: Dieser Ewige Kampf mit der Schufa

Beitrag von caffery »

Ich sach ma eher Nein.

Du musst den Menschen bei Gericht ja davon überzeugen, dass A: überhaupt ein einigermaßen zweckdienliches Rechtsschutzbedürfnis besteht (also nach seinen Kriterien) UND B: dass die Klage Aussicht auf Erfolg hat. Insbesondere was den zweiten Punkt betrifft sehe ich bei der aktuellen Rechtslage schwarz.

Dafür musst Du schon nen Rechtspfleger mit nem echt warmen Tag und/oder Gemüt erwischen und dazu eine Geschichte auftischen die sein Herz im innersten zutiefst berührt.

Abgesehen davon heißt PKH ja nicht automatisch, dass die ganze Veranstaltung umsonst ist, ganz egal was passiert. Man kann wohl den "Gegner" ohne Schwarzseher zu sein dergestalt einschätzen, dass er A: alles tun wird um die Veranstaltung mit allen Mitteln abzuwehren und ein "zweites Frankfurt" zu verhindern, ganz egal wie komplex es sein oder wie lange es dauern mag und B: selbst über unendlich viel Zeit und finanzielle Mittel verfügt. Auch mit PKH würde das eine sehr sehr umfassende Veranstaltung bis man am Ziel wäre...

Aber Versuchen tut ja meistens erstmal nicht weh und dann weiß man es genau. Es gibt ja auch Anwälte im Netz die versuchen das sozusagen Bündelweise für nen Standardkurs (Oder werben zumindest damit - Ich meine ich hätte mal was von um die 500 Schleifen gehört - mag aber veraltet sein).
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AdiDana
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Re: Dieser Ewige Kampf mit der Schufa

Beitrag von AdiDana »

Natürlich finde ich auch ärgerlich, dass die Schufa noch 3 Jahre lang speichert und Vermieter mittlerweile oft eine Schufaauskunft fordern, aber die Schufa ist doch nicht das Maß aller Dinge. Es gibt auch Vermieter, die wollen vielleicht nur einen Gehaltsnachweis, und es gibt auch Menschen, die nie in der Inso waren und einen schlechteren Score haben als jemand nach der Insolvenz. Ich habe mir ein Jahr nach meiner Insolvenz eine Auskunft geholt, da lag ich bei 36%, jetzt nach 2 Jahren bei 96,24%. Ich war positiv überrascht. Nächstes Jahr dürfte dann auch die Information über die Restschuldbefreiung nicht mehr vorhanden sein. Ich bin gespannt und werde mir die Information dann noch mal holen.

Wenn ich einem Vermieter diese Auskunft zeigen müsste, könnte ich aber doch den Teil mit der RSB weg lassen. Auf Seite 1 stehen meine persönlichen Daten, auf Seite 2 die Aufzählungen (wie z.B. die Restschuldbefreiung) auf Seite 3 der Score. Wäre es z.B. legitim nur Seite 1 und 3 abzugeben?
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W-Jens2006
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Re: Dieser Ewige Kampf mit der Schufa

Beitrag von W-Jens2006 »

Hallo zusammen,
ich persönlich halte den "Kampf" für eine Löschung des RSB-Eintrags für aussichtslos, drücke aber jedem die Daumen, der es versucht.
Ich will trotzdem Mut spenden. Meine persönliche Erfahrung ist: auch mit dem RSB-Eintrag ist ein Leben möglich.
Ich habe einen Internetvertrag, hatte ein Auto-Abo, habe jetzt gerade ein Auto-Leasing abgeschlossen, habe eine neue Wohnung gefunden, einen neuen Stromvertrag abgeschlossen etc.
Dabei habe ich auch oft gehört "Bonitätsprüfung fehlgeschlagen", aber das waren nicht alle Anbieter.
Es gibt immer jemandem, der einem die gesuchte Dienstleistung verkaufen will. Seid tapfer und haltet durch!
Ich habe mich auch öfters gefragt: Brauche ich das wirklich oder geht es auch anders? Das macht innerlich etwas frei.

Gruß
Jens
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Käsebrot
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Re: Dieser Ewige Kampf mit der Schufa

Beitrag von Käsebrot »

Nachdem ich letzte Woche erfahren hab, dass mein „neues“ Auto die absolute Schrottkarre ist und so eigentlich nicht mehr fahren dürfte, habe ich ein bisschen telefoniert und Dinge erfahren, die nicht ganz so schwarz sind, auf die ich jedoch aus pädagogischen Gründen an dieser Stelle dennoch nicht weiter eingehen möchte.

Natürlich wäre eine verkürzte Frist schön, aber es ist durchaus machbar, das ein oder andere Problem sinnvoll und ohne größere Hürden zu lösen.

Ob ich mir den Stress mit der Schufa jetzt antun will? Ich weiß es nicht, zumal es ja auch noch andere Auskunfteien gibt. Jedenfalls haben letztere die ein oder andere Anfrage bereits während mein Verfahren (WVP) noch lief gestellt und trotzdem konnte ich die Verträge abschließen oder kleinere Bestellungen auf Rechnung tätigen.
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