da ich mich selber sehr über die Erfahrungsberichte hier gefreut habe und diese aufjedenfall sehr weiterhelfen (auch um einen Überblick zu bekommen was wie lange dauert), wollte ich hier jetzt nach und nach von meinen Erfahrungen berichten.
Ich habe Ende November 24 überraschend meinen Job verloren und war dann sofort zahlungsunfähig. Man muss dazu sagen, dass ich vorher schon überschuldet war (das hat unterschiedliche Gründe) und ich bin immer gerade so über die Runden gekommen. Ich habe sofort im Dezember bei einer Schuldnerberatung bei mir in der Stadt angerufen. Es handelt sich um eine anerkannte Beratungsstelle, allerdings ist das ein Anwalt (wovon hier ja immer abgeraten wird, ich kann allerdings nur Gutes berichten) und ich habe glücklicherweise gleich für Mitte Dezember einen Termin bekommen. Zahlen muss ich für die Beratung (fast) nichts, das läuft über Beratungshilfe. Das einzige, was 240€ kostet, ist dann die Unterstützung beim Insolvenzantrag. Mir war es das Geld wert, da ich sehr unter der Situation leide und mir das aktuell schon alles viel zu langsam geht. Wenn ich mir vorstelle alleine monatelang auf einen Termin warten zu müssen, wäre ich wahrscheinlich verrückt geworden.
Ich habe Schulden bei 8 Gläubigern (alles Banken, bzw mittlerweile Inkassounternehmen) im mittleren 5-stelligen Bereich. Mitte Januar wurden die Gläubiger angeschrieben und die Forderungsaufstellungen eingeholt. Anfang März wurde dann bereits das Schreiben mit dem Vorschlag des außergerichtlichen Vergleichs an alle Gläubiger rausgeschickt. Heute (3 Wochen später) kam die email von der Schuldnerberatung, dass der Vergleich gescheitert ist und der Insolvenzantrag gestellt werden kann. Ich soll mich melden um einen Termin auszumachen und mir wurde noch mitgeteilt welche Unterlagen ich mitnehmen soll.
Ich bin wirklich froh, dass das alles so schnell geht. Mittlerweile wurden 3 Kreditkarten gekündigt, eine Forderung einem Inkassounternehmen übertragen. Es gibt aber noch keine Pfändungen, Titel o.ä., deswegen habe ich relativ viel Ruhe. Trotzdem belastet mich das Ganze psychisch sehr und dieses Warten und gewisse Unsicherheiten, die man jetzt hat was die Zukunft betrifft stressen mich. Daher freue ich mich, wenn es jetzt endlich weiter geht. Ich kann nur wirklich jedem empfehlen, sich schnellstmöglich Hilfe zu suchen und nicht den Kopf in den Sand zu stecken. Es hat mich im Dezember wirklich sehr viel Überwindung gekostet, aber ich bin froh, wirklich sofort gehandelt zu haben, als ich zahlungsunfähig wurde.
Herausforderung ist im Moment meine geplante Selbstständigkeit (dazu hatte ich schon einmal einen Post gemacht), da ich mehrfach gelesen habe, dass man das unbedingt mit dem IV absprechen soll und dann natürlich auch die Freigabe anfordern möchte. Ich könnte jetzt eigentlich schon loslegen mit Arbeiten, muss aber warten bis das Verfahren eröffnet ist und ich dann mit dem IV über die Selbstständigkeit sprechen kann. Außerdem macht es mich sehr unruhig, da jetzt so lange warten zu müssen und diese Unsicherheit zu haben, dass das dann auch alles so klappt mit der Genehmigung/Freigabe etc. Aber da muss ich wohl durch, hilft ja nichts

Ich werde hier nach und nach meine Erfahrungen ergänzen. Bei Fragen meldet euch gerne!