Selbst schuld.

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Stefan
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Re: Selbst schuld.

Beitrag von Stefan » 11. Jul 2019, 21:01

Nun, wie weit ist es? Ganz gut, statt fünf mal in der Woche zu zocken gibt es jetzt mehrwöchige "trockene" Zeiten. Rückfälle sind bei Süchtigen nicht auszuschließen.

Gibt es noch einen Gedanken zu meiner Frage von gestern?

Gruß von Stefan.
Käsebrot
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Re: Selbst schuld.

Beitrag von Käsebrot » 11. Jul 2019, 21:22

Deswegen auch der Gedanke mit einer Betreuung, damit in einer Suchtphase weiterhin die Zahlungen sichergestellt sind. Und wenn das Taschengeld weg ist, ist es weg.

Das soziale Umfeld muss jedoch mitspielen und allenfalls Naturalunterhalt leisten. Kein Bargeld mehr auf Pump.

Nachdem eine Insolvenz nicht infrage kommt, auch eine Umschuldung vermutlich nicht Weg der Wahl ist, dürfte letztlich nur ein außergerichtlicher Vergleich (nennt sich das so?) eine Möglichkeit sein. Ansonsten wird es auf alle Mühlen der Zwangsvollstreckung hinauslaufen. Ob das so erstrebenswert ist?

Du solltest dir schon mal einen Termin bei der Beratungsstelle geben lassen, vollkommen unabhängig von der Wartezeit. Und zuhause schon mal alles zusammentragen, welche Schulden wo in welcher Höhe. Dir Gedanken machen, was du realistisch kontinuierlich über die nächsten Jahre abdrücken kannst ohne die Spirale weiterdrehen zu lassen.

Vielleicht haben unsere Profis aber auch noch eine zündende Idee.
Stefan
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Re: Selbst schuld.

Beitrag von Stefan » 12. Jul 2019, 22:40

Hallo und guten Abend!

Ob ich mir selbst oder ein Verwalter ein paar Euro für die Woche hinlegen würde, würde an der Situation nichts ändern. Die Verpflichtungen werden aktuell noch erfüllt. Wenn ab Ende August alles zusammenbricht, wird auch trotzdem die Miete noch bezahlt.

Ich brauche eine zündende Idee und mir fällt nichts mehr ein. Vielleicht hat wirklich ein Schuldnerberater vorher noch einen Termin frei...
bece77
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Re: Selbst schuld.

Beitrag von bece77 » 12. Jul 2019, 23:01

Hallo Stefan,
ich bin selber spielsüchtig, auch wenn ich die Sucht momentan im Griff habe.
Und genau darum gehts...die Sucht im Griff zu halten.
Du und auch ich werden für immer spielsüchtig bleiben, das sollte...nein, das muss dir klar werden.
Deswegen...bevor du deine Schulden klären möchtest, wäre es wichtig, dein Suchtproblem anzugehen.
Oder zumindest zeitgleich.
Mir hat die Suchtberatung der Caritas bzw. die Selbsthilfegruppe dort, sehr geholfen.
Und ähnlich wie bei Schuldnerberater wird dir dort niemand Vorwürfe machen.
Später kann man noch über ambulante oder stationäre Therapien nachdenken.

Ich denke, du wirst dein Schuldenproblem nicht loswerden, wenn du deine Sucht nicht im Schach halten kannst.
Wie soll das auch gehen, wenn dir jeder Rückfall das Genick brechen kann?!

Gruß bece
Stefan
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Re: Selbst schuld.

Beitrag von Stefan » 13. Jul 2019, 13:39

Hallo bece,

aktuell habe ich die Sucht im Griff. Die Verfügbarkeit der Droge (Geld) ist für mich gefährlich. Insofern wäre ein wirtschaften mit dem Unpfändbaren und eine Kreditunwürdigkeit parallel ein vermutlich gangbarer Weg.

An Alternativen zum bisherigen Umgang mit Belastungen arbeite ich. Wie weiter oben beschrieben, es gab da einige Psychologen, mit denen das durchgekaut wurde.

Angefangen hat es mit einer Kreditkarte, erst kleines Limit, dann hohes. Im Onlinecasino verbraten, Kredit zur Tilgung aufgenommenen, weiter verbraten, nächster Kredit usw. Nun platzt die Blase.
caffery
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Re: Selbst schuld.

Beitrag von caffery » 15. Jul 2019, 09:20

Stefan hat geschrieben:
10. Jul 2019, 21:55
Was passiert, wenn ich Ende August die Banken anschreibe und über die Situation informiere? Die Einzugsermächtigungen
laufen alle auf das Gehaltskonto, dessen Dispo auch am Ende ist bzw. sein wird. Parallel würde ich ein P-Konto bei einer anderen Bank
für das Gehalt einrichten. Daß ich dann keinen Dispo und keine Kreditkarte mehr habe ist klar - mehr Schulden werden es dann nicht.
Stefan hat geschrieben:
11. Jul 2019, 21:01
Gibt es noch einen Gedanken zu meiner Frage von gestern?
Zunächst mal schließe ich mich der Meinung der anderen an: Eine Schuldensanierung sollte in diesem Stadium keine Priorität haben da sie keinerlei Nachhaltigkeit haben dürfte. Es gilt sich allein mit der Wurzel des Problems zu befassen.

Zur Frage ansich: Es würde mit hoher Wahrscheinlichkeit dasselbe passieren als wenn Du die Banken nicht anschreibst und der Sache ihren Lauf lässt. Ich gehe davon aus, dass Du vorrangig bei Instituten Kunde bist die für solche Fälle ohnehin ihren Automatismus haben. Deine Ankündigungs-Briefe werden daran vermutlich nichts ändern. Die Briefe hätten neben einem gefühlten allenfalls einen theoretischen Effekt. Man könnte ggf. später diverse Beitreibungskosten (die sie Dir ohnehin auf den Deckel hauen werden) erfolgreich bestreiten. Ob das unterm Strich einen realen Effekt haben wird, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

Ich gehe zudem davon aus, dass Du ein paar einschlägig bekannte Institute auf Deiner Liste hast deren Geschäftsmodell ein hohes Ausfallrisiko beinhaltet und die daher gewisse, vergleichsweise sehr offensive, Inkassopraktiken fahren dürften da sie hohe Erfahrungswerte mit Kundschaft wie der Deinen haben. Vermutlich wird es daher beim ein oder anderen neben erheblichen Spesenkäseexplosionen zu Drohgebärden in Richtung unerlaubte Handlung oder ähnlichem kommen. So in dem Tenor: "Bei all den anderen Schulden hätten Sie wissen müssen, dass sie Ihr Zahlungsversprechen nicht werden halten können!" etc.

Ich will Dir keine Angst machen, sondern Dich nur drauf vorbereiten wie solche Gläubiger häufig schießen. Ungeachtet dessen, halte ich Deinen genannten Plan allerdings für den einzig gangbaren Weg - da er ja auch irgendwie alternativlos (doofes Wort) ist.

Mit einem "Platzen" der Kredite bzw. der Fälligstellung, ist ins Blaue vermutet nach etwa 3 Monaten zu rechnen. Dann dürfte vermutlich nach einigen Wochen die Titulierung folgen und wenig später irgendeine Form der Zwangsvollstreckung.

Falls es Dir hilft: Natürlich wäre ein weiteres Zahlungsversprechen nachdem Du die jetztigen nicht mehr bedienen wirst sehr vorsichtig formuliert tatsächlich relativ nahe an dem Verdacht einer strafbaren Handlung - nachdem Du ggf. eine Vermögensauskunft abgeben wirst noch ein bisschen näher.
Vielleicht hilft Dir diese Druck-Erkenntnis ja in einem der ggf. folgenden "schwachen Momente".
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