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Insolvenz /Vorbereitung

Verfasst: 18. Aug 2026, 19:44
von blur
Hallo zusammen,

ich bin 28 und habe mich mit 25 im Gastronomiebereich selbstständig gemacht. Nach ca. 2,5 Jahren ist es leider wirtschaftlich gescheitert und ich bereite jetzt mit einer Schuldnerberatung die Insolvenz vor. :(

Die Buchhaltung und Steuer-Voranmeldungen wurden immer ordnungsgemäß über mein Steuerbüro erledigt. Ich hatte allerdings gute und sehr schlechte Monate und die wirtschaftliche Situation wurde zunehmend schwieriger. Sicherlich habe ich als junger Selbstständiger auch einige wirtschaftliche Entscheidungen nicht optimal getroffen.

Ich mache mir aktuell vor allem Sorgen, dass der Insolvenzantrag abgelehnt werden könnte oder dass später durch den Insolvenzverwalter sehr viel von mir verlangt wird.

Mich würde daher interessieren, wie es bei anderen ehemaligen Selbstständigen war: Was wurde tatsächlich kontrolliert, welche Unterlagen wurden verlangt und welche Fragen kamen auf euch zu? reicht es wenn man ehrlich ist ? ich weiß bei manche Sachen nicht mehr warum und wieso..

Re: Insolvenz /Vorbereitung

Verfasst: 19. Aug 2026, 19:02
von Graf Wadula
Das wird Ihnen keiner zuverlässig beantworten können. Wie Sie hier nachlesen geht das Spektrum von "der fragt garnix" bis zur monatlichen Übersendung von Bescheinigungen. Auch die Verwalter handeln unterschiedlich.
Der Insolvenzantrag wird nicht abgelehnt. Voraussetzung ist, dass sie zahlungsunfähig sind. Und das sind sie ja. Der verlangt auch nicht zu viel, sondern das, was im Gesetz gefordert ist; nur kann das unterschiedlich scharf ausgelegt werden.
Was Sie nicht (mehr) wissen, ist dann so. Wichtig ist, dass sie ehrlich sind.

Re: Insolvenz /Vorbereitung

Verfasst: 29. Sep 2026, 10:43
von AlexK
Hallo blur,
was im Verfahren konkret verlangt wird, klärst du am besten mit deiner Schuldnerberatung, da bist du ja schon gut aufgehoben. Ich kann nur etwas zur Unterlagen-Seite sagen.
Auch wenn der Betrieb aufgegeben ist, läuft die Aufbewahrungspflicht weiter: Rechnungen und Buchungsbelege acht Jahre (seit 2025), Bücher und Abschlüsse zehn Jahre. Oft liegen die Ordner noch beim Steuerbüro. Frag dort nach, was bei ihnen ist, und lass dir eine Kopie der Buchhaltung, der Umsatzsteuer-Voranmeldungen und der letzten Abschlüsse geben, damit du selbst alles beisammen hast. Falls ihr eine elektronische Kasse hattet: Die Daten exportieren lassen, bevor die Kasse zurückgegeben oder verkauft wird.
Mit Belegen und Kontoauszügen lässt sich im Nachhinein vieles rekonstruieren, auch das, woran man sich nicht mehr erinnert. Das nimmt oft schon viel Druck raus.
Alles Gute!