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Privatinsolvenz trotz sehr simplem Leben?

Verfasst: 2. Feb 2026, 01:47
von Makano
Meine Schuldnerberatung hat angekündigt mir den Insolvenzantrag in den nächsten Tagen postalisch zukommen zu lassen und mein Kopf dreht sich gerade wieder, ehrlich gesagt aus Angst vor den Folgen des Beginns vom Insolvenzverfahren und ob mein persönlich simples Leben nicht gar keinen Nachteil daraus ziehen würde das nicht durchzuziehen.

Ich möchte seit längerem meine Arbeitszeit von 40 auf 30 Stunden reduzieren, was ja dann nicht mehr möglich sein wird, da man dann zur Vollzeit verpflichtet ist wenn zumutbar. Ich fürchte mich davor dass beim Beginn der Insolvenz mein bestehender Handy- und Internetvertrag entweder vom Insolvenzverwalter oder vom Anbieter gekündigt werden. Ich habe Angst davor, das meine Bank nach Insolvenzeröffnung das Konto kündigt und ich dann erstmal 1-2 Monate ohne Geld da stehe, bis sich jemand erbarmt mir ein Basiskonto einzurichten. Ich fürchte mich davor, dass der InsoVerwalter etwas gegen die laufenden Mietgeräte haben wird, (Keine Ratenkäufe, Mietverträge) die Mieten beendet und ich dann in Erklärungsnot komme, weil mir diese Geräte kaputt gegangen sind und ich dann womöglich noch rechtliche Konsequenzen zu fürchten habe, so zahle ich die einfach ab, bis ich sie am Ende der Mietzeit kaufen kann und niemand trägt einen Schaden davon.

Außerdem habe ich bei meiner "Google Recherche" gelesen, das einige Schuldner vom Insolvenzberater regelrecht gegängelt werden und mit Vorlagen bombardiert werden, was Lebensführung und Nachweispflicht angeht. Und die Verfahrenskosten sich sparen ist natürlich auch ein Plus...

Ich überlege gerade, ob es in meiner Situation nicht einfach auch Sinn macht diesen Schritt der Privatinsolvenz gar nicht erst zu gehen. Es sind 12 Gläubiger und der Erste hat nun eine Pfändung meines Kontos veranlasst. Jedoch, sind das nicht mehr als 220 Euro welche mir dadurch abhanden kommen, und meine monatlichen Ausgaben liegen bei 950 Euro. Also ich habe sehr wenig Geld, aber ich brauche theoretisch nicht mal meinen Freibetrag.

Mein leben findet vor dem Computer statt, ich habe keine Ambitionen mehr mir irgendetwas anzuhäufen das über die 600 Euro gehen würde die mir nach Abzug aller Kosten vom Freibetrag übrig bleiben. Das sage ich jetzt so daher, aber zum aktuellen Zeitpunkt ist mir das unvorstellbar.

Ich lebe alleine und sehe nicht das sich das ändern wird, ich sehe nicht das ich meine aktuelle Wohnung jemals verlassen werde und neue Verträge habe ich auch nicht nötig, bzw. gibt es im Notfall ja auch Prepaid. Ich kann aufgrund meiner Sehbehinderung kein Auto fahren und werde es nie, ich habe kein Vermögen und keine finanziellen Mittel um mir jemals eins anzuhäufen.

Kurz gesagt: Täusche ich mich, oder ist unter diesen Gesichtspunkten eine lebenslang negative Schufa eigentlich gar kein Thema? Im Gegenteil: Der Schutz davor keinen Quatsch mehr machen zu können, ist mir ehrlich gesagt recht lieb.

Welche Nachteile übersehe ich die mir daraus entstehen das einfach so laufen zu lassen? Ich muss alle zwei Jahre eine Vermögensauskunft abgeben and thats it?

Re: Privatinsolvenz trotz sehr simplem Leben?

Verfasst: 2. Feb 2026, 11:19
von Paula
Hallo Makano,

das sind eine Menge Fragen und Zweifel. Wer ist denn deine Schuldnerberatung? Hast du da noch einen Termin oder gibt es telefonische Sprechstunden, wo du deine Überlegungen besprechen kannst? Das wäre sicher am besten, denn die kennen deine Gesamtsituation, zumindest wenn du dort schon mal warst.

Das mit der Erwerbsobliegenheit, d.h. der Pflicht Vollzeit zu arbeiten, stimmt grundsätzlich. Falls es medizinische Gründe gibt, dass du das nicht mehr kannst, könntest du dir das von einem Facharzt bescheinigen lassen. Andernfalls riskierst du, dass du keine Restschuldbefreiung bekommst. Eine Alternative ist, freiwillig das an den Insolvenzverwalter zu zahlen, was bei einer Vollzeittätigkeit pfändbar wäre. Das muss man sich aber leisten können.

Was das Gegängele von Insolvenzverwaltern angeht, so höre ich das selten. Die meisten sind eher überrascht, dass sie, nachdem erstmal alles läuft, nicht mehr viel vom Insolvenzverwalter hören. Du musst nicht jeden Vertrag rechtfertigen. Mit deinem unpfändbaren Geld kannst du machen, was du möchtest. Solange Gläubigern dadurch keine Nachteile entstehen, wird da auch sehr wahrscheinlich nichts passieren.

Hast du ein P-Konto? Ich hoffe. Ja, das kann dir gekündigt werden, wenn es kein Basiskonto ist, aber dann gehst du mit der Kündigung und einem Basiskontoantrag entweder zur gleichen oder zu einer anderen Bank. Sollte relativ zügig gehen.

Natürlich kannst du auch ohne Inso weitermachen. Nachteile: dir wird ein leben lang alles Pfändbare weggepfändet, die Schufa bleibt negativ, du bekommst immer weiter Briefe ggf. Anrufe. Ca. alle zwei Jahre könntest du beim Gerichtsvollzieher die Vermögensauskunft abgeben müssen.
Letztlich ist das dir überlassen. Es gibt viele Menschen, die auch so leben.

Re: Privatinsolvenz trotz sehr simplem Leben?

Verfasst: 2. Feb 2026, 13:18
von Makano
Hallo Paula, ich war gestern in einem Panik-Google Modus, mittlerweile gehts mir deutlich besser und ich sehe auch ein paar Dinge anders. Leider habe ich die Angewohnheit mich da so reinzusteigern und mir die Welt so schwarz wie möglich zu malen.

Ich kann bei der Schuldnerberatung jederzeit anrufen, ist eine kleine Kanzlei die das für mich macht und darauf spezialisiert ist. Ich werde da auch noch mal meine Fragen stellen bevor ich es letztendlich abschicke, allerdings hatte ich in der Vergangenheit immer das Gefühl dort so schnell wie möglich abgewirkt zu werden, weshalb ich mir hier einfach mal die Zeit nehmen wollte um alles zu formulieren.

Wie ich das sehe kann ich das Thema Teilzeit so oder so vergessen, wenn ich jetzt nach der Vermögensauskunft und der eingegangenen Kontopfändung meine Arbeitsstunden reduziere, wird das wahrscheinlich als Betrug gewertet, weshalb ich das schön sein lassen werde.

Ein P-Konto habe ich, aber das schützt mich ja nicht vor der Kündigung bei Insolvenz.