Erster Termin bei der Schuldnerberatung und doch noch ein paar Unsicherheiten
Verfasst: 1. Feb 2026, 16:38
Hallo an Alle,
diese Woche war mein erster Termin bei einer Schuldnerberatung. Viele Fragen wurden beantwortet aber einige Unsicherheiten sind geblieben.
Mir wurde in der Beratung der Gang in die Privatinsolvenz nahegelegt, man sehe diese als einzige Möglichkeit aus der Überschuldung rauszukommen. Wenn ich ehrlich bin, habe ich auch mit nichts anderem gerechnet.
Kurz zu meiner Situation. Nach dem plötzlichen Tod meiner Lebensgefährtin vor 1,5 Jahren habe ich so ziemlich die Kontrolle über mein Leben verloren, ich bin einfach mit der neuen Lebenssituation nicht mehr klar gekommen.
Unseren gemeinsamen Kredit habe ich von Österreich mit nach Deutschland gebracht. Hier nach einem Neustart habe ich einfach zu viele Fehler gemacht. Hab mir das neue Leben zum großen Teil aus Finanzierungen und Ratenkäufen (Auto, Möbel, Fahrrad) aufgebaut, Depressionen habe mich zu Käufen verleitet, da es danach einem einfach besser ging und ich wollte einfach wie gewohnt weiterleben.
Mit Geld umgehen war noch nie meine Stärke (das hatte meine Lebensgefährtin in der Hand) und so habe ich mit der Zeit meine Kreditkarten in das alltägliche Leben eingebunden und ausgeschöpft, sowie meinen Dispo ausgereizt.
Um den hohen Kreditkartenrechnungen zu entgehen, hab ich die ein Kreditkarte mit ein Kredit (5000 Euro) im August 2025 ausgeglichen und den Dispo im Dezember 2025 mit ein kleine Kredit (2500 Euro). Insgesamt belaufen sich meine Schulden auf knapp 40.000 Euro.
Anfang Dezember habe ich mich dann auch meine Mutter anvertraut und ihr meine Situation geschildert, da die Depressionen immer schlimmer wurden und ich jemanden zu reden brauchte. Sie hatte mir dann auch diesen Termin bei der Schuldnerberatung gemacht.
Bei der Beratung wurde mir dann wie geschrieben die Privatinsolvenz nahe gelegt. Hier im Forum hatte ich mich ja im Vorfeld auch schon etwas belesen und herausgefiltert das es nicht sehr ratsam ist mit einem neuen Kredit in eine Privatinsolvenz zu gehen. Es ehr ratsam wäre 6 Monate abzuwarten und die Raten zu bezahlen. Ich sagt ihm auch, das ich das noch hinbekommen würde. Dies teilte ich auch dem Berater mit, ich hätte erst 2 Raten bezahlt und das ich mir deswegen Sorgen mache das die Insolvenz bzw. die RSS scheitern könne.
Er versicherte mir aber mehrmals, das er da kein Problem sieht und ich mir deswegen keine Sorgen machen müsse.
Seiner Planung nach sollte ich die Zahlungen einstellen bzw. die letzten beiden Lastschriften von allen Gläubigern zurück buchen. Alle Unterlagen zu allen Gläubigern in einem Ordner zusammenfassen und bei dem nächsten Termin Ende Februar bei ihm abgeben. Er würde dann alle Gläubiger anschreiben um eine außergerichtliche Vereinbarung zu erzielen. Er gehe aber nicht davon aus, das alle Gläubiger zustimmen und würde daher anstreben im Mai den Insolvenzantrag einreichen zu können.
Da ich es nicht ganz so Sorgenfrei sehe wie Er, hatte ich mir zwei Nächte Bedenkzeit erbeten. Mir ist aber auch klar das ich nicht glaube so aus der Überschuldung herauszukommen, daher habe ich dann zwei Tage später einen weiteren Termin für die Abgabe der Unterlagen gemacht, damit er loslegen kann.
Die ersten Einzugsermächtigungen habe ich bereits entzogen aber mit ganz viel Bauchschmerzen, da ich bis zum heutigen Tag noch Alles pünktlich bezahlt habe und noch nie eine Mahnung oder dergleichen bekommen hab. Zurückbuchen habe ich noch nichts lassen, schaffe ich irgendwie nicht, will damit mindestens noch bis zum zweiten Termin warten und schauen ob ich dann ein besseres Gefühl hab.
Wie ist eure Einschätzung der Thematik? Noch ist der Zug nicht ins rollen gekommen und ich könnte noch gut 4 -6 Monate alle Raten pünktlich zahlen. Aber ich denke dann würde es eng werden, müsste dann mit ca. 300 Euro im Monat nach Abzug aller Fixkosten klarkommen und da denke ich das ich das nicht mehr schaffe und sich die Situation stark verschlimmern wird. Zu welchem Vorgehen würden mir hier die erfahrenden Leute raten?
Ich kann halt die Beratung auch sehr schwer einschätzen, da ich keine Vergleiche habe. Der Berater machte schon einen kompetenten Eindruck auf mich, war aber recht kühl und auf die Sache fokussiert. Es war nicht die Caritas, Diakonie oder eine ähnlich mildtätige Organisation. Es war eine e.V der keine Unterstützung vom Land oder der Stadt bekommt, daher ist auch die Beratung für mich nicht kostenlos. Was aber glaube ich eh keine Rolle spielt, da ich noch erwerbstätig bin und eine komplett kostenlose Beratung für mich eh nicht in Frage kommen würde.
Vielen Dank fürs lesen und eventuelle Antworten.
Allen noch einen schönen Sonntag
diese Woche war mein erster Termin bei einer Schuldnerberatung. Viele Fragen wurden beantwortet aber einige Unsicherheiten sind geblieben.
Mir wurde in der Beratung der Gang in die Privatinsolvenz nahegelegt, man sehe diese als einzige Möglichkeit aus der Überschuldung rauszukommen. Wenn ich ehrlich bin, habe ich auch mit nichts anderem gerechnet.
Kurz zu meiner Situation. Nach dem plötzlichen Tod meiner Lebensgefährtin vor 1,5 Jahren habe ich so ziemlich die Kontrolle über mein Leben verloren, ich bin einfach mit der neuen Lebenssituation nicht mehr klar gekommen.
Unseren gemeinsamen Kredit habe ich von Österreich mit nach Deutschland gebracht. Hier nach einem Neustart habe ich einfach zu viele Fehler gemacht. Hab mir das neue Leben zum großen Teil aus Finanzierungen und Ratenkäufen (Auto, Möbel, Fahrrad) aufgebaut, Depressionen habe mich zu Käufen verleitet, da es danach einem einfach besser ging und ich wollte einfach wie gewohnt weiterleben.
Mit Geld umgehen war noch nie meine Stärke (das hatte meine Lebensgefährtin in der Hand) und so habe ich mit der Zeit meine Kreditkarten in das alltägliche Leben eingebunden und ausgeschöpft, sowie meinen Dispo ausgereizt.
Um den hohen Kreditkartenrechnungen zu entgehen, hab ich die ein Kreditkarte mit ein Kredit (5000 Euro) im August 2025 ausgeglichen und den Dispo im Dezember 2025 mit ein kleine Kredit (2500 Euro). Insgesamt belaufen sich meine Schulden auf knapp 40.000 Euro.
Anfang Dezember habe ich mich dann auch meine Mutter anvertraut und ihr meine Situation geschildert, da die Depressionen immer schlimmer wurden und ich jemanden zu reden brauchte. Sie hatte mir dann auch diesen Termin bei der Schuldnerberatung gemacht.
Bei der Beratung wurde mir dann wie geschrieben die Privatinsolvenz nahe gelegt. Hier im Forum hatte ich mich ja im Vorfeld auch schon etwas belesen und herausgefiltert das es nicht sehr ratsam ist mit einem neuen Kredit in eine Privatinsolvenz zu gehen. Es ehr ratsam wäre 6 Monate abzuwarten und die Raten zu bezahlen. Ich sagt ihm auch, das ich das noch hinbekommen würde. Dies teilte ich auch dem Berater mit, ich hätte erst 2 Raten bezahlt und das ich mir deswegen Sorgen mache das die Insolvenz bzw. die RSS scheitern könne.
Er versicherte mir aber mehrmals, das er da kein Problem sieht und ich mir deswegen keine Sorgen machen müsse.
Seiner Planung nach sollte ich die Zahlungen einstellen bzw. die letzten beiden Lastschriften von allen Gläubigern zurück buchen. Alle Unterlagen zu allen Gläubigern in einem Ordner zusammenfassen und bei dem nächsten Termin Ende Februar bei ihm abgeben. Er würde dann alle Gläubiger anschreiben um eine außergerichtliche Vereinbarung zu erzielen. Er gehe aber nicht davon aus, das alle Gläubiger zustimmen und würde daher anstreben im Mai den Insolvenzantrag einreichen zu können.
Da ich es nicht ganz so Sorgenfrei sehe wie Er, hatte ich mir zwei Nächte Bedenkzeit erbeten. Mir ist aber auch klar das ich nicht glaube so aus der Überschuldung herauszukommen, daher habe ich dann zwei Tage später einen weiteren Termin für die Abgabe der Unterlagen gemacht, damit er loslegen kann.
Die ersten Einzugsermächtigungen habe ich bereits entzogen aber mit ganz viel Bauchschmerzen, da ich bis zum heutigen Tag noch Alles pünktlich bezahlt habe und noch nie eine Mahnung oder dergleichen bekommen hab. Zurückbuchen habe ich noch nichts lassen, schaffe ich irgendwie nicht, will damit mindestens noch bis zum zweiten Termin warten und schauen ob ich dann ein besseres Gefühl hab.
Wie ist eure Einschätzung der Thematik? Noch ist der Zug nicht ins rollen gekommen und ich könnte noch gut 4 -6 Monate alle Raten pünktlich zahlen. Aber ich denke dann würde es eng werden, müsste dann mit ca. 300 Euro im Monat nach Abzug aller Fixkosten klarkommen und da denke ich das ich das nicht mehr schaffe und sich die Situation stark verschlimmern wird. Zu welchem Vorgehen würden mir hier die erfahrenden Leute raten?
Ich kann halt die Beratung auch sehr schwer einschätzen, da ich keine Vergleiche habe. Der Berater machte schon einen kompetenten Eindruck auf mich, war aber recht kühl und auf die Sache fokussiert. Es war nicht die Caritas, Diakonie oder eine ähnlich mildtätige Organisation. Es war eine e.V der keine Unterstützung vom Land oder der Stadt bekommt, daher ist auch die Beratung für mich nicht kostenlos. Was aber glaube ich eh keine Rolle spielt, da ich noch erwerbstätig bin und eine komplett kostenlose Beratung für mich eh nicht in Frage kommen würde.
Vielen Dank fürs lesen und eventuelle Antworten.
Allen noch einen schönen Sonntag