Ich steige wahrscheinlich in 3-4 Monaten in die Insolvenz . Ich habe Angst. Erfahrungen und Feedback?
Verfasst: 17. Jan 2026, 15:57
Hallo zusammen,
ich habe mich heute hier im Forum angemeldet, weil ich aktuell an einem Punkt in meinem Leben stehe, an dem ich Unterstützung, Erfahrungsaustausch und vielleicht auch etwas Hoffnung suche.
Ich bin verbeamteter Lehrer und ehrlich gesagt habe ich im Moment große Angst. Die letzten Wochen und Monate waren für mich extrem belastend. Ich mache mir viele Vorwürfe, schlafe kaum noch und habe das Gefühl, innerlich ständig unter Strom zu stehen, weil ich kurz vor der Privatinsolvenz stehe.
Der Weg bis hierher war sehr mühsam. Ich habe mich frühzeitig um Hilfe bemüht, war u. a. bei der Caritas, habe Absagen bekommen, keine Termine, keine Kapazitäten …teilweise hieß es, ich müsse mehrere Monate warten. Das hat mich emotional ziemlich fertiggemacht, weil ich ohnehin schon das Gefühl hatte, alles allein tragen zu müssen.
Umso erleichterter bin ich, dass es nun mit einem kommerziellen Schuldnerberater geklappt hat. Er hat mich nicht nur telefonisch sehr ernst genommen und unterstützt, sondern ich stehe inzwischen auch bereits in Kontakt mit der Kanzlei. Die vorvertraglichen Rahmenbedingungen sind geschaffen, und er begleitet mich nun in die außergerichtliche Einigung und – falls nötig – durch die Insolvenz. Zum ersten Mal habe ich das Gefühl, nicht komplett verloren zu sein.
Rational weiß ich: Als Lehrkraft werde ich das wahrscheinlich ganz gut schaffen. Ich verdiene relativ gut und werde voraussichtlich auch in der deutschen Großstadt, in der ich lebe, während der Insolvenz leben können. Trotzdem ist da diese große innere Unsicherheit.
Leider bin ich durch vier größere Kredite sowie PayPal- und Klarna-Schulden – also vor allem Reise- und Konsumschulden – in diese Situation geraten. Die Gesamtschulden belaufen sich auf bis zu ca. 140.000 €, und ich frage mich selbst oft, wie es überhaupt so weit kommen konnte.
Meine größte Angst richtet sich auf die nächsten drei Jahre:
Wie sieht mein Alltag aus?
Wie fühlt sich das Leben in der Insolvenz an?
Gehen diese drei Jahre „schnell vorbei“ oder ziehen sie sich endlos?
Wie ist das Leben danach?
Ich frage mich auch, ob es Bücher oder andere Hilfen gibt, die einen mental stärken. Kann man in dieser Zeit lernen, wieder ein normales, gesundes Verhältnis zu Geld und zum Leben zu entwickeln? Und ist der Begriff „Insolvenz“ am Ende vielleicht schlimmer als die Realität selbst? Ich werde wahrscheinlich in einem halben Jahr auch innerhalb meiner Stadt umziehen müssen. Wie ist das dann mit der SCHUFA und dem Lehrerberuf? Gibt es Vermieter die sehen, dass ich Lehrer bin und verbeamtet bin und drüber hinweg sehen oder sind die Menschen hier im Wohnbranche sehr streng damit, wenn man einen SCHUFA Eintrag hat? Es ist bei mir letztendlich nie an der Zahlung der Miete gescheitert, sondern an den hohen Konsum Schulden.
Kann ich Urlaub machen / buchen? Fernreisen weiterhin? Wie sehr bin ich wirklich eingeschränkt? Zb Kolumbien Reise? Möglich?
Ich wünsche mir sehr, hier Menschen zu finden, die mir ein Stück Orientierung geben können. Vielleicht gibt es hier sogar Lehrerinnen oder Lehrer, die selbst in der Insolvenz sind oder waren und ihre Erfahrungen teilen möchten.
Vielen Dank fürs Lesen und für jede Rückmeldung.
Es tut gut, das hier endlich einmal auszusprechen.
Ich danke euch!
ich habe mich heute hier im Forum angemeldet, weil ich aktuell an einem Punkt in meinem Leben stehe, an dem ich Unterstützung, Erfahrungsaustausch und vielleicht auch etwas Hoffnung suche.
Ich bin verbeamteter Lehrer und ehrlich gesagt habe ich im Moment große Angst. Die letzten Wochen und Monate waren für mich extrem belastend. Ich mache mir viele Vorwürfe, schlafe kaum noch und habe das Gefühl, innerlich ständig unter Strom zu stehen, weil ich kurz vor der Privatinsolvenz stehe.
Der Weg bis hierher war sehr mühsam. Ich habe mich frühzeitig um Hilfe bemüht, war u. a. bei der Caritas, habe Absagen bekommen, keine Termine, keine Kapazitäten …teilweise hieß es, ich müsse mehrere Monate warten. Das hat mich emotional ziemlich fertiggemacht, weil ich ohnehin schon das Gefühl hatte, alles allein tragen zu müssen.
Umso erleichterter bin ich, dass es nun mit einem kommerziellen Schuldnerberater geklappt hat. Er hat mich nicht nur telefonisch sehr ernst genommen und unterstützt, sondern ich stehe inzwischen auch bereits in Kontakt mit der Kanzlei. Die vorvertraglichen Rahmenbedingungen sind geschaffen, und er begleitet mich nun in die außergerichtliche Einigung und – falls nötig – durch die Insolvenz. Zum ersten Mal habe ich das Gefühl, nicht komplett verloren zu sein.
Rational weiß ich: Als Lehrkraft werde ich das wahrscheinlich ganz gut schaffen. Ich verdiene relativ gut und werde voraussichtlich auch in der deutschen Großstadt, in der ich lebe, während der Insolvenz leben können. Trotzdem ist da diese große innere Unsicherheit.
Leider bin ich durch vier größere Kredite sowie PayPal- und Klarna-Schulden – also vor allem Reise- und Konsumschulden – in diese Situation geraten. Die Gesamtschulden belaufen sich auf bis zu ca. 140.000 €, und ich frage mich selbst oft, wie es überhaupt so weit kommen konnte.
Meine größte Angst richtet sich auf die nächsten drei Jahre:
Wie sieht mein Alltag aus?
Wie fühlt sich das Leben in der Insolvenz an?
Gehen diese drei Jahre „schnell vorbei“ oder ziehen sie sich endlos?
Wie ist das Leben danach?
Ich frage mich auch, ob es Bücher oder andere Hilfen gibt, die einen mental stärken. Kann man in dieser Zeit lernen, wieder ein normales, gesundes Verhältnis zu Geld und zum Leben zu entwickeln? Und ist der Begriff „Insolvenz“ am Ende vielleicht schlimmer als die Realität selbst? Ich werde wahrscheinlich in einem halben Jahr auch innerhalb meiner Stadt umziehen müssen. Wie ist das dann mit der SCHUFA und dem Lehrerberuf? Gibt es Vermieter die sehen, dass ich Lehrer bin und verbeamtet bin und drüber hinweg sehen oder sind die Menschen hier im Wohnbranche sehr streng damit, wenn man einen SCHUFA Eintrag hat? Es ist bei mir letztendlich nie an der Zahlung der Miete gescheitert, sondern an den hohen Konsum Schulden.
Kann ich Urlaub machen / buchen? Fernreisen weiterhin? Wie sehr bin ich wirklich eingeschränkt? Zb Kolumbien Reise? Möglich?
Ich wünsche mir sehr, hier Menschen zu finden, die mir ein Stück Orientierung geben können. Vielleicht gibt es hier sogar Lehrerinnen oder Lehrer, die selbst in der Insolvenz sind oder waren und ihre Erfahrungen teilen möchten.
Vielen Dank fürs Lesen und für jede Rückmeldung.
Es tut gut, das hier endlich einmal auszusprechen.
Ich danke euch!